Persönlich: Papst Franziskus . . . ist gegen Tabak und Handys

Persönlich : Papst Franziskus . . . ist gegen Tabak und Handys

Papst Franziskus ist bekannt für seine etwas skurrilen Forderungen. Dabei spricht er gerne über Dinge, die unter seinem Vorgänger eher in die Tabuzone fielen. Seine neuesten Themen: Dem Pontifex geht der Handy-Wahn - fürchterliches Wortspiel - auf den Geist. Eine Messe sei kein Spektakel: "Warum sagt der Priester bei den Feierlichkeiten an einem gewissen Punkt: Erhebet die Herzen? Er sagt nicht: Erhebt die Handys, um Fotos zu machen. Nein, das ist eine scheußliche Sache", so Franziskus. "Es macht mich traurig, wenn ich die Messe feiere und so viele erhobene Mobiltelefone sehe." Sein eigenes Smartphone nutzt der 266. Papst zwar auch regelmäßig, um seine 15 Millionen Twitter-Anhänger zu erreichen, doch vermeidet er diese Kontaktpflege während der Messe.

Darüber hinaus beschloss Franziskus gestern, dass die Kirche ab dem kommenden Jahr keine Zigaretten mehr an die eigenen Mitarbeiter im Vatikan verkaufen wird: Der Heilige Stuhl könne nicht zu einer Praxis beitragen, die offensichtlich gesundheitsschädigend sei. Profit könne nicht legitim sein, wenn er das Leben der Menschen bedrohe, so ein Sprecher.

Der Argentinier Jorge Mario Bergoglio, wie Papst Franziskus bürgerlich heißt, ist der erste Lateinamerikaner, der das Amt bekleidet. 1969 wurde der inzwischen 80-Jährige zum Priester geweiht, 30 Jahre später, im Jahr 1998, stieg er zum Erzbischof von Buenos Aires auf. 2001 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Kardinal. Seit seiner Wahl in das höchste geistliche Amt 2013 überrascht er regelmäßig mit seinen Aussagen. So äußerte er sich auch zur Korruption: "Meist bemerkt der Korrupte seinen Zustand nicht einmal, ähnlich wie jemand, der starken Mundgeruch hat." Und auch in der Debatte um die Gleichstellung von Homosexuellen bezog er Position: "Der Mensch wird nicht durch seine Sexualität definiert: Vergessen wir nicht, dass wir alle von Gott geliebte Geschöpfe sind."

Sebastian Esch

(RP)