Kapstadt: Obama verzichtet auf Besuch bei Nelson Mandela

Kapstadt : Obama verzichtet auf Besuch bei Nelson Mandela

Der schwer kranke südafrikanische Nationalheld Nelson Mandela scheint auf dem Wege der Besserung. Staatschef Jacob Zuma sagte, er hoffe auf eine baldige Entlassung des Friedensnobelpreisträgers aus dem Krankenhaus. Der Zustand des 94-jährigen Ex-Präsidenten, der seit mehr als drei Wochen im Krankenhaus liegt, wurde weiter als "kritisch, aber stabil" bezeichnet. Zugleich wehrten sich Familienmitglieder gegen Spekulationen, wonach die Familie das Leben des Patienten künstlich verlängern lasse. Trotz der vorsichtig positiven Signale musste US-Präsident Barack Obama gestern seine Visite an Mandelas Krankenbett absagen. Stattdessen traf er Mandelas Familie. Das Gespräch soll eine knappe halbe Stunde gedauert haben. Nach Angaben des Weißen Hauses nahmen zwei Kinder und sechs Enkelkinder Mandelas daran teil.

Der Südafrika-Besuch des US-Präsidenten steht ganz im Zeichen Mandelas: Ein Höhepunkt war gestern der Besuch auf der ehemaligen Gefangeneninsel Robben Island vor Kapstadt, wo der Anti-Apartheid-Kämpfer viele Jahre inhaftiert war. Schweigend ging Obama gemeinsam mit seiner Ehefrau Michelle und seinen beiden Töchtern durch das Gefängnisgebäude. "Die Welt ist den Helden von Robben Island dankbar, die uns daran erinnern, dass keine Fesseln oder Zellen der Kraft des menschlichen Willens standhalten können", schrieb Obama anschließend in das Besucherbuch des heutigen Museums.

(dpa)
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