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Düsseldorf: NRW will Doppelnamen erleichtern

Düsseldorf : NRW will Doppelnamen erleichtern

Namensänderungen sollen einfacher werden - etwa wenn Namen kompliziert sind oder Anlass zu Spott.

Die schwarz-gelbe Landesregierung will das Namensrecht reformieren. Künftig soll es leichter möglich sein, dass alle Familienmitglieder denselben Namen tragen, auch wenn es ein Doppelname ist. Gleichzeitig soll es einfacher werden, den Familiennamen im Nachhinein zu ändern. "Von einer Vereinfachung können unter anderem Menschen profitieren, deren Name Anlass für Spott bietet", sagte Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) unserer Redaktion. Auch Personen, die einen gemeinsamen Familiennamen wählen wollen, ohne ihren Geburtsnamen abzulegen, werde die Änderung zugutekommen. Oder Einwanderern mit komplizierten Nachnamen sowie Menschen nach einer Geschlechtsumwandlung. In den USA sei es längst Praxis, dass aus "Herrn Schmidt" etwa "Mister Smith" werde. Die Änderung des Namensrechts habe bisher für die Landesregierung aber keine Priorität, betonte der Minister.

Bisher sind Namensänderungen die Ausnahme. Ein Familienname darf nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, etwa wenn der Name Wortspiele provoziert, eine Diskreditierung darstellt oder anstößig klingt: Dreckmeier oder Depp etwa. Auch Änderungen von komplizierten, fehleranfälligen Schreibweisen wie Umlauten können ein Kriterium sein.

Grundsätzlich wird dabei das Interesse des Einzelnen abgewogen gegen das öffentliche Interesse daran, dass ein Familienname bestehen bleibt. Denn eine Änderung kann zu Verwechslungen und anderen Komplikationen führen.

CDU und FDP wollen dem Familienministerium zufolge die Hürden für eine Namensänderung nun so weit senken, dass aus der Ausnahme die Regel wird. Dabei könnte die Landesregierung Unterstützung aus Berlin bekommen. Das Bundesjustizministerium prüft nach eigenen Angaben ebenfalls, ob die Regelungen im deutschen Namensrecht zu restriktiv, wenig flexibel und damit nicht mehr zeitgemäß sind. Einer Änderung müssten allerdings Bundesrat und Bundestag zustimmen.

Wie schwierig es ist, den Namen zu ändern, zeigt ein Blick in die Praxis. "Wir beobachten, dass die Behörden mitunter restriktiv verfahren, so dass einige Überzeugungsarbeit notwendig ist", heißt es beim Bonner Anwalt Wolfgang Palm, der unter anderem auf Namensrecht spezialisiert ist. Die Bearbeitungszeiten seien sehr unterschiedlich.

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Einfacher werden soll auch das Tragen von Doppelnamen in der Ehe. Nach bisherigem Recht dürfen aus der Ehe hervorgegangene Kinder keinen Doppelnamen erhalten, der aus den Namen beider Elternteile gebildet wurde. Namensketten sollen aber verboten bleiben.

Bei der Wahl des gemeinsamen Namens folgen deutsche Ehepaare noch sehr oft dem traditionellen Muster. Mehr als zwei Drittel entscheiden sich immer noch für einen gemeinsamen Nachnamen - in über 90 Prozent der Fälle nimmt die Frau den Namen des Mannes an.

(RP)