Düsseldorf: NRW: JVA-Lehrerin von Häftling verletzt

Düsseldorf : NRW: JVA-Lehrerin von Häftling verletzt

Eine Lehrerin der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwerte war 40 Minuten lang in der Gewalt eines Gefangenen. Der Mann, der eine Freiheitsstrafe von acht Jahren wegen Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung verbüßt, fügte der Bediensteten Verletzungen am Hals zu. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und blieb dort eine Nacht zur Beobachtung. Die Tat ereignete sich bereits im August. Der Häftling hatte die Tür mit einem Schrank versperrt. In Justizkreisen hieß es, der Täter habe offenbar eine Geiselnahme geplant. Die Lehrerin hatte ihn schließlich von seinem Plan abbringen können. Der Gefangene soll sich mit einer Rasierklinge Verletzungen am Hals zugefügt haben.

Peter Biesenbach, Justizexperte der CDU-Landtagsfraktion, kritisierte gestern, der Fall sei dadurch begünstigt worden, dass sämtliche Notrufgeräte in der JVA zeitgleich gewartet wurden. So sei es der Lehrerin nicht möglich gewesen, rechtzeitig auf ihre Notlage aufmerksam zu machen. NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) müsse sich fragen lassen, ob er mit der Sicherheit seiner Mitarbeiter spiele. Es sei zu prüfen, ob man die Notrufgeräte nicht auch in der Nacht hätte prüfen können.

Das Justizministerium erklärte dazu, die Herstellerfirma sei nicht bereit gewesen, die Wartung der Notrufgeräte – wie von der JVA gewünscht – am Wochenende durchzuführen. Die Anlage sei im Jahr 2005 in Betrieb genommen worden. Derzeit sind in 22 Gefängnissen in Nordrhein-Westfalen Personennotrufanlagen im Einsatz. Ob der Häftling über die Wartungsarbeiten am Tattag informiert gewesen war, ist noch unklar. Er sollte in dem Büro der Lehrerin putzen.

(RP)
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