Ergänzung des Schulunterrichts: NRW für Philosophie an Grundschulen

Ergänzung des Schulunterrichts : NRW für Philosophie an Grundschulen

NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) will ein neues Grundschul-Fach "Philosophieren mit Kindern" etablieren. Es ist für konfessionslose Kinder als Ersatz für den Religionsunterricht gedacht.

Der Münsteraner Didaktik-Experte Klaus Blesenkemper habe konkrete Inhalte für den Unterricht vorbereitet. Neue Lehrer sollen dafür nicht eingestellt werden - das vorhandene Personal soll über Zertifikatskurse qualifiziert werden. Löhrmann: "Das Philosophieren mit Kindern wird ein ergänzendes Angebot neben dem bekenntnisorientierten Religionsunterricht sein."

Der Anteil der Grundschüler ohne Konfession steigt seit Jahren. Im vergangenen Schuljahr lag er bei 18,4 Prozent; zehn Jahre zuvor waren es erst zwölf Prozent. Gut 114.000 konfessionslose Grundschüler weist die Statistik inzwischen aus - gegenüber 218.000 Katholiken, 144.000 Protestanten und 107.000 Muslimen.

An weiterführenden Schulen gibt es Philosophie schon länger. An Grundschulen bieten sie derzeit acht Bundesländer als Ersatz für den Religionsunterricht an. In NRW haben Grundschüler, die vom Religionsunterricht befreit sind, in der Regel beaufsichtigte Freistunden.

Die FDP hatte schon 2014 Ethikunterricht an Grundschulen vorgeschlagen, war damals aber an Löhrmann gescheitert. "Es ist bemerkenswert, dass die Grünen das Thema als Regierungspartei abschmettern, um es dann im eigenen Wahlprogramm zu versprechen", sagte die bildungspolitische Sprecherin Yvonne Gebauer. Keinen Veränderungsbedarf sieht die CDU: Viele konfessionslose Kinder nähmen am Religionsunterricht teil.

Birgit Völxen von der Landeselternschaft der Grundschulen dagegen begrüßte den Plan: "Der Ansatz, von den Fragen der Kinder auszugehen und Inhalte extrem zu vereinfachen, ist richtig. Eine Auseinandersetzung mit Werten und Sinnfragen ist für alle Kinder wichtig." Lehrer müssten aber sorgfältig ausgebildet werden.

(RP)
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