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Pjöngjang: Nordkorea zündet offenbar Wasserstoffbombe

Pjöngjang : Nordkorea zündet offenbar Wasserstoffbombe

Die Welt reagiert entsetzt auf einen unterirdischen Test, der ein Erdbeben in Korea auslöste.

Nordkorea hat seinen bislang stärksten Atomtest vorgenommen und nach eigenen Angaben eine Wasserstoffbombe gezündet, die als Sprengkopf für Interkontinentalraketen dienen soll. Die Stärke des heftigen Erdbebens in der Region des nordkoreanischen Testgeländes könnte Seismologen zufolge ein Indiz für eine Wasserstoffbomben-Explosion sein. Die Erschütterungen waren auch im benachbarten China zu spüren. In der Grenzstadt Yanji heulten die Alarmsirenen. Die Atomsicherheitsbehörde des Landes kündigte Strahlenmessungen entlang der Grenze an. Der Atomtest könnte zu einer dramatischen Verschärfung in den Beziehungen Nordkoreas zu den USA führen. US-Präsident Donald Trump erklärte, Beschwichtigung funktioniere nicht, denn die nordkoreanische Führung "verstehe nur eines!". Was er damit meinte, ließ er offen.

In seiner ersten Reaktion bezeichnete Trump Nordkorea als Schurkenstaat, dessen Worte und Taten weiterhin sehr feindselig und bedrohlich für die USA seien. Zugleich brachte er ein weltweites Handelsembargo ins Spiel. Die USA erwägten, die Handelsbeziehungen zu allen Staaten einzustellen, die Geschäfte mit Nordkorea machten, erklärte Trump über den Kurznachrichtendienst Twitter. US-Finanzminister Steve Mnuchin kündigte ein Paket weiterer Sanktionen an.

Weltweit wurde der neue Atomtest scharf verurteilt: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderten härtere Sanktionen der EU. Außenminister Sigmar Gabriel sprach von einer ernsten Bedrohung für den Weltfrieden.

China verurteilte den Atomtest. Nordkorea solle dieses falsche Vorgehen sofort beenden, erklärte die Regierung in Peking. Russland äußerte sich besorgt über diese "Verletzung des Völkerrechts", die zu verurteilen sei. Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping berieten sich beim Brics-Gipfels in Xiamen. Beide seien sich einig, darauf angemessen zu reagieren und dafür in engem Kontakt zu bleiben, meldete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua.

Der von Diktator Kim Jong Un angeordnete Test einer Wasserstoffbombe sei ein "voller Erfolg" gewesen, verkündete das Staatsfernsehen. Es habe sich um einen bedeutsamen Schritt zur Vollendung des Atomprogramms gehandelt. Die Bombe sei für die neuen interkontinentalen Langstreckenraketen (ICBM) entwickelt worden.

(rtr)