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Nicolas Sarkozy feiert lahmes Comeback

Persönlich : Nicolas Sarkozy . . . feiert lahmes Comeback

Nicolas Sarkozy ist zurück: Der frühere Präsident übernimmt den Vorsitz der französischen Konservativen. Doch seiner UMP fehlt die Begeisterung über den Neuanfang. Denn Sarkozy wurde am Samstag mit nur 64,5 Prozent der Stimmen an die Parteispitze gewählt. Sogar die konservative Zeitung "Le Figaro" sprach von einem enttäuschenden Ergebnis.

Bei seiner ersten Wahl zum UMP-Chef vor zehn Jahren hatte der Konservative noch 85 Prozent der Stimmen erhalten. "Viel Glück für die Erneuerung der Partei" twitterte der frühere Regierungschef Alain Juppé ironisch. Denn Sarkozy steht eben gerade nicht für einen Aufbruch in der UMP. War er es doch, der mit überzogenen Wahlkampfausgaben 2012 die Partei an den Rand der Pleite gebracht hatte.

Sarkozys brüsker Abgang nach seiner Niederlage gegen den Sozialisten François Hollande bei der Präsidentschaftswahl 2012 war es auch, der die Partei in einen erbitterten Bruderkrieg um den Parteivorsitz stürzte. Nun soll ausgerechnet der nicht gerade als Diplomat bekannte "Speedy Sarko" seine Partei wieder einen. Und er will ihr so schnell wie möglich einen neuen Namen geben - auch, um die alten Skandale vergessen zu machen. Doch der Sohn eines ungarischen Einwanderers ist nicht mehr der unumstrittene Anführer.

Wenn Sarkozys Anhänger gehofft hatten, dass ihr Idol mit dem Ergebnis am Samstag zum natürlichen UMP-Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2017 würde, wurden sie enttäuscht. "Sein schwacher Sieg erlaubt es ihm nicht, die Konkurrenz im neuen Vorwahlkampf auszuschalten", schreibt die Zeitung "Le Monde". 2016 will die UMP in Vorwahlen entscheiden, wen sie 2017 ins Rennen schickt. Dabei dürfte die Partei ein ähnlich zerstrittenes Bild abgeben wie derzeit die regierenden Sozialisten (PS). Die könnten gegen ihren alten Feind Sarkozy allerdings wieder zu neuer Geschlossenheit finden.

(RP)