Berlin: Neuer Posten für Wulff gesucht

Berlin : Neuer Posten für Wulff gesucht

Die Muslime wünschen sich wieder eine stärkere Rolle des Ex-Präsidenten.

Die Muslime in Deutschland wünschen sich wieder eine stärkere Rolle von Ex-Bundespräsident Christian Wulff. "Der Altpräsident kann versöhnen und integrieren, das hat er durch seine Reisen in den Nahen Osten und sein Auftreten hierzulande gezeigt", sagte der Vorsitzende des Zentralrates der Muslime, Aiman Mazyek. Zwar sei die äußere Einheit geschafft, die innere stehe aber noch aus. Dabei gehe es um das versöhnliche Zusammenleben von "Ossis und Wessis" genauso wie um die gleichberechtigte Teilhabe von Migranten, die längst Deutsche seien. Mazyek: "Ich würde es sehr wertschätzen, wenn Christian Wulff an diesen Punkten weiterarbeiten kann, und ermutige ihn dazu."

Die weitere Tätigkeit Wulffs ist bis zum Ende des Ermittlungsverfahrens noch völlig offen. Politiker und Wirtschaftsvertreter suchen weiterhin das Gespräch mit dem Ex-Präsidenten. Vor allem in der Türkei hat sein Name einen hervorragenden Klang, seit er den Islam als Teil Deutschlands definierte. Ob Wulff sich im internationalen Bereich engagiert oder die Repräsentanz einer Stiftung oder eines Konzerns übernimmt, dürfte im Unterschied zu anderen ehemaligen Staatsoberhäuptern auch eine wirtschaftliche Frage sein. Nach der Scheidung von seiner ersten und der Trennung von seiner zweiten Frau bleiben vom Ehrensold keine großen Beträge übrig, zumal auch Anwaltskosten in sechsstelliger Höhe aufgelaufen sein dürften.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) macht sich keine Sorgen um Wulffs Zukunft. "Er wird seine Aufgabenbereiche finden", sagte sie dem Radiosender FFN. "Es gab ja auch Themen, die ihm als Bundespräsidenten auch am Herzen gelegen haben, gerade das ganze Thema Integration. Da mache ich mir eigentlich keine Sorgen."

Meldungen vom Wochenende, wonach die Staatsanwaltschaft kurz vor der Einstellung des Verfahrens stehe und diesen Schritt zeitnah nach den niedersächsischen Landtagswahlen bekannt geben werde, stellten Behördenvertreter als verfrüht dar. Es werde weiter "ergebnisoffen" ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft in Hannover mit.

(may-)
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