Persönlich: Nelson Mandela ... bereitet seinen Landsleuten Sorge

Persönlich : Nelson Mandela ... bereitet seinen Landsleuten Sorge

Südafrika sorgt sich um seinen früheren Präsidenten und Nationalhelden. Nelson Mandela wird seit einigen Tagen im Krankenhaus behandelt. Der 94-Jährige leidet bereits an der zweiten Lungenentzündung in drei Monaten. Zwar ist er bereits auf dem Wege der Besserung, wie die Ärzte mitteilen, doch die Welt blickt schon lange besorgt auf den schlechten Gesundheitszustand des Friedensnobelpreisträgers, der seit Jahren nicht mehr öffentlich auftritt.

Die Angst vor dem Tod des großen Freiheitshelden, der als Vater des modernen Südafrika gilt, ist in der Bevölkerung groß. Viele befürchten, dass die Stabilität der Demokratie, für die der erste schwarze Präsident Südafrikas jahrzehntelang gekämpft hat, brechen könnte. "Wenn Mandela stirbt, stirbt die Freiheit", titelte die Londoner "Times" vor einem Jahr – und drückte das aus, was viele Menschen nicht nur in Südafrika befürchten.

Wegen seines unermüdlichen Kampfes gegen das rassistische Apartheid-System in Südafrika war Nelson Mandela 27 Jahre lang inhaftiert. Den Großteil der Haft saß er im berüchtigten Gefängnis auf Robben Island ein. Im Steinbruch mussten die Gefangenen dort oft spärlich bekleidet schuften. Erst 1990 kam er frei und wurde vier Jahre später nach den ersten freien Wahlen in der Geschichte des afrikanischen Staates zum ersten schwarzen Präsidenten ernannt. Sein Nachfolger Jacob Zuma ist bei seinen Landsleuten nicht annähernd so beliebt wie Mandela. Auch rhetorisch hinkt der Präsident seinem Vorgänger weit hinterher. Anlässlich Nelson Mandelas dritter Krankenhauseinlieferung warnte Jacob Zuma die Südafrikaner vor "Panik" und mahnte die Bevölkerung öffentlich und wenig einfühlsam, sie solle ihre "Ängste zügeln".

Auch als besonnen geltende Politiker in Südafrika sind in Sorge. "Das Land ist nervös", beschreibt Bauminister Tokyo Sexwale die Situation. "Es ist, als ob eine Familie den Vater verliert."

(RP)