Washington: Nach Romneys Erfolg setzt Obama auf Angriff

Washington : Nach Romneys Erfolg setzt Obama auf Angriff

Die erste Fernsehdebatte im US-Präsidentschaftswahlkampf hat Amtsinhaber Barack Obama einen Teil seines Vorsprungs auf Herausforderer Mitt Romney gekostet. Einer Umfrage von Reuters/Ipso zufolge schmolz der Vorsprung des Präsidenten von sieben auf fünf Prozentpunkte zusammen; 48 Prozent der Wähler favorisieren Obama und 43 Prozent Romney.

Der Herausforderer verbuchte zudem in der Umfrage ein Image-Plus: Die Zustimmung für den ehemaligen Hedgefonds-Manager und Ex-Gouverneur stieg auf 51 Prozent, während Obama bei 56 Prozent verharrte.

Obama, der in dem TV-Duell lustlos und defensiv gewirkt hatte, ging am Tag danach zum Angriff über. Er beschuldigte Romney, nicht aufrichtig gewesen zu sein. Schließlich habe er seit Monaten den Wohlhabenden des Landes Steuererleichterungen in Milliardenhöhe versprochen, von denen er nun angeblich nichts mehr wissen wolle.

Am selben Tag nahm Romney seine umstrittene Äußerung über eine Abhängigkeit vieler Anhänger Obamas von staatlicher Unterstützung zurück. Zur Überraschung vieler Anhänger hatte Obama in dem TV-Duell nicht die Gelegenheit genutzt, Romneys bisher wohl größten Wahlkampf-Patzer anzusprechen. Romney hatte im Mai bei einer Spendengala geäußert, dass 47 Prozent der Wähler von Unterstützung des Staates abhängig seien und deshalb nicht für ihn stimmen würden. "In diesem Fall habe ich etwas völlig Falsches gesagt", erklärte Romney. In einem Wahlkampf sage man "eben ab und zu mal etwas, das nicht richtig rüberkomme".

Rückenwind für Obama kommt vom Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote sank im September auf 7,8 Prozent, der Rückgang übertraf alle Erwartungen. Zum ersten Mal seit Obamas Amtseinführung im Januar 2009 lag die Quote damit wieder unter acht Prozent. Während die Demokraten über die Entwicklung jubelten, spielte der Republikaner Romney die Zahlen herunter: "So sieht keine Erholung aus", sagte er.

(RP)