Persönlich: Michail Kalaschnikow . . . erhält ein Denkmal

Persönlich : Michail Kalaschnikow . . . erhält ein Denkmal

Mit seinem Schnellfeuergewehr wurden mehrere Millionen Menschen getötet. Dem im Jahr 2013 verstorbenen Waffenbauer Michail Kalaschnikow war hingegen mit 94 Jahren ein langes Leben beschieden. Und nicht nur das. Russland hat dem Konstrukteur gestern ein sieben Meter hohes Denkmal aufgestellt. "Michail Kalaschnikow ist die beste Verkörperung des russischen Menschen", sagte Kulturminister Wladimir Medinski. Kalaschnikows weltweit verwendetes Sturmgewehr AK-47, das mit ihm auf dem Denkmal zu sehen ist, gilt nach den Worten Medinskis als "echte kulturelle Marke Russlands".

Kalaschnikow entwickelte sein Gewehr als "perfekte Waffe zum Schutze der Heimat". Doch dabei blieb es nicht. Die unkaputtbare Wunderwaffe gelangte in die Hände von Terroristen, Drogenbanden und Söldnertruppen. Über 100 Millionen Exemplare gibt es mittlerweile - in etwa 100 Ländern.

Den Erfinder focht das zu Lebzeiten nicht an. "Ich schlafe gut", sagte er einmal bei einer Gedenkveranstaltung. Er könne nichts dafür, wenn Politiker mit Hilfe der Waffen immer wieder zur Gewalt griffen. Er habe nur schlecht geschlafen, als die sowjetischen Streitkräfte im Kampf gegen Hitler-Deutschland wegen ihrer schlechten Handfeuerwaffen ins Hintertreffen gerieten.

Wie das Denkmal beweist, gilt Kalaschnikow in seiner Heimat noch immer als Nationalheld. Der gebürtige Sibirier, ein Doktor der Ingenieurwissenschaften, erhielt zweimal den Titel "Held der sozialistischen Arbeit" und war Träger des Lenin-Preises. Zur Eröffnung des Denkmals kamen noch immer zahlreiche Schaulustige und Verehrer des Konstrukteurs.

Und selbst für die Wirtschaft seines Landes hat er noch Bedeutung. Denn die Waffe wird nach wie vor gebaut. Der staatliche Rüstungsexporteur Rosoboronexport hat in diesem Jahr bereits sieben Lieferverträge für 100.000 Gewehre abgeschlossen.

(RP)
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