Kairo: Mehr als vier Milliarden Euro Hilfe für Gaza-Wiederaufbau

Kairo : Mehr als vier Milliarden Euro Hilfe für Gaza-Wiederaufbau

Die internationale Gemeinschaft hat bei einer Geberkonferenz in Kairo rund 5,4 Milliarden Dollar (rund 4,3 Milliarden Euro) für den Aufbau des kriegszerstörten GazaStreifens zugesagt. Das teilte der norwegische Außenminister Borge Brende zum Abschluss der von Ägypten und Norwegen initiierten Tagung mit. Insgesamt 450 Millionen Euro will die EU bereitstellen, wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilte. Die USA geben nach Angaben von Außenminister John Kerry rund 168 Millionen Euro. Mit rund 792 Millionen Euro bringt das Emirat Katar die größte Einzelspende auf. Deutschland steuert neben seiner Beteiligung an den EU-Geldern zusätzliche 50 Millionen Euro bei. Zu der Konferenz kamen rund 30 Außenminister sowie regionale und internationale Organisationen.

Die Gelder werden zur Beseitigung der schweren Schäden benötigt, die der jüngste Gaza-Krieg hinterlassen hat. Auf vier Milliarden Dollar veranschlagt die palästinensische Einheitsregierung die Kosten für den Neubau und Reparaturen der Gebäude, die während des sechs Wochen andauernden Krieges im Sommer unter Beschuss gerieten. Laut dem 76 Seiten umfassenden palästinensischen "Wiederaufbau- und Regenerationsplan" sind 373 000 traumatisierte Kinder auf psychologische Hilfe angewiesen.

Die Geberländer wollen Garantien haben, dass ihre Gelder langfristig gut angelegt sind. Ausgerechnet Israels Generalstabschef Benny Gantz erklärte, dass es auch in Israels Interesse sei, eine wirtschaftliche Entwicklung im Gaza-Streifen zu ermöglichen. "Wir müssen die Öffnung für den Warenverkehr erlauben", zitierte die liberale Zeitung "Haaretz" den Stabschef, der eingesehen hat, dass "die 1,8 Millionen Menschen, die von Israel und Ägypten umgeben werden, leben müssen". Die von Ägypten vermittelten Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern über eine langfristige Regelung für den Gaza-Streifen sollen Ende Oktober fortgesetzt werden.

Die Hälfte der Aufbauhilfe soll in den Wohnraum und in die Infrastruktur fließen. Rund 700 Millionen sind für den sozialen Sektor geplant. 1,2 Milliarden Dollar sollen in den privaten Sektor und Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen fließen. Die Arbeitslosenrate im Gaza-Streifen lag schon vor dem Krieg bei 40 Prozent.

(RP)
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