Mazedonien: Flüchtlinge durchbrechen Grenzzaun

Hamilo/Brüssel: Flüchtlinge durchbrechen Grenzzaun

Die mazedonische Polizei nimmt Hunderte nach illegalem Grenzübertritt fest.

In Mazedonien haben Polizei und Armee gestern Hunderte Migranten und Flüchtlinge festgenommen, die zuvor illegal in das Land gelangt waren. Beobachter sprachen von mehr als 2000 Menschen, die sich nach Tagen des Wartens an der geschlossenen Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien auf den Weg gemacht hatten.

Mazedonien lässt seit zehn Tagen keine Flüchtlinge mehr aus Griechenland einreisen, weil die Länder weiter nördlich die Durchreise und Aufnahme von Flüchtlingen beschränkt hatten. Deshalb stauten sich auf griechischer Seite beim Übergang Idomeni bis zu 14.000 Menschen bei Regen, Matsch und Kälte in einem überfüllten Camp. Nach dem Aufbruch mehrerer Hundert von ihnen spielten sich chaotische Szenen ab. Die Migranten ignorierten Aufforderungen der griechischen Polizei zum Umkehren. Beim Durchqueren des knietiefen Flusses hielten viele ihre Kinder und Habseligkeiten über ihre Köpfe. Internationale Freiwillige halfen den Menschen, indem sie ein Seil über den schnell fließenden Strom spannten. In der Nähe hatte die Polizei im Fluss Suva Reka die Leichen von zwei Männern und einer Frau gefunden, vermutlich ebenfalls Migranten. Die Polizei und das Militär auf mazedonischer Seite verstärkten ihre Patrouillen an dem neu gebauten Grenzzaun.

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Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen nach der Schließung der Balkanroute alternative Wege von illegal einreisenden Migranten nach Europa verhindern. Man müsse "extrem wachsam" wegen neuer Routen sein, heißt es in einem Entwurf für die Abschlusserklärung des EU-Gipfels Ende dieser Woche. Die EU sei entschlossen, alle Maßnahmen zu ergreifen, die nötig werden könnten. Neben der Mittelmeer-Route von Libyen nach Süditalien rückt für die EU jetzt auch die bulgarische Grenze stärker in den Fokus.

(RP)