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Macron lädt Laschet und Spahn zum Nationalfeiertag ein

Zeremonie in Paris : Macron lädt Laschet und Spahn zum Nationalfeiertag ein

Mit seinem Tandempartner im Rennen um die CDU-Spitze reist der NRW-Ministerpräsident nach Frankreich. Es braucht versöhnliche Bilder.

Als Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) seinen letzten großen Auftritt mit außenpolitischer Strahlkraft hatte, da waren die ersten Meldungen über Corona-Infektionen im Kreis Heinsberg wenige Tage alt. Laschet war Anfang März mit einem Tross nach Israel gereist, um dort unter anderem Staatspräsident Reuven Rivlin und Nachfahren des Staatsgründers  Ben Gurion zu treffen sowie ein Kontaktbüro des Landes NRW einzuweihen. Seit seiner Rückkehr ist der Ministerpräsident im Dauerkrisenmodus. Die Außenpolitik trat erst einmal in den Hintergrund. Doch so, wie sich inzwischen Laschets Konkurrenten um das Amt des CDU-Bundesvorsitzenden wieder vernehmbar zu Wort melden, so sieht der NRW-Regierungschef wieder Chancen, sich staatsmännisch zu präsentieren.

Die erste Gelegenheit bot sich ihm dazu am Montag. Da unterbrach er seinen Sommerurlaub am Bodensee, um nach Paris zu reisen, um sich mit dem französischen Wirtschaftsminister Bruno Le Maire und Bildungsminister Jean-Michel Blanquer auszutauschen. Laschet ist Bevollmächtigter der Bundesrepublik für die deutsch-französische Zusammenarbeit.  Ursprünglich war das Treffen schon früher geplant gewesen, doch die Regierungsumbildung nach der Ernennung von Premier Jean Castex hatte noch einmal zu einer Verschiebung geführt. Der eigentliche Höhepunkt des eineinhalbtägigen Besuchs ist ohnehin am heutigen Dienstag die Teilnahme an den Nationalfeierlichkeiten auf Einladung von Staatspräsident Emmanuel Macron.

Laschet wird dann gemeinsam mit seinem Tandempartner im Rennen um die CDU-Spitze, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, auf der Ehrentribüne an der Place de la Concorde sitzen. Das verspricht Pomp und Gloria. Die Franzosen wollen sich bei den beiden CDU-Politikern sowie weiteren Ministerpräsidenten dafür bedanken, dass französischen Intensivpatienten schnell und unbürokratisch in deutschen Kliniken behandelt wurden.

Die Reise der beiden hat nicht nur den Charme, dass sie nach außen deren internationale Wahrnehmung zur Schau stellt, sondern gleich auch noch Berichterstattung über eine mögliche Erschütterung des Bündnisses im Keim erstickt. Nach der teils beißenden Kritik an Laschets Corona-Krisenmanagement und seiner forschen Lockerungspolitik war bereits gemutmaßt worden, Spahn – der ungleich besser in den Umfragen abschneidet – könne das politische Zweckbündnis womöglich aufkündigen und selbst seinen Hut in den Ring werfen. Mit gemeinsamen Bildern aus dem Herzen von Paris ließe sich dies zumindest entkräften.