Geldinstitut dementiert: Machtkampf bei Deutscher Bank?

Geldinstitut dementiert : Machtkampf bei Deutscher Bank?

Frankfurt/Main/München (dpa). Nach der geplatzten Bankenfusion und dem Rücktritt von Dresdner-Chef Bernhard Walter mehren sich die Spekulationen um die Zukunft von Rolf Breuer als Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Das Nachrichtenmagazin "Focus" berichtet in seiner neuesten Ausgabe von einem harten Machtkampf in Vorstand und Aufsichtsrat des deutschen Branchenführers.

Danach habe Aufsichtsratschef Hilmar Kopper in der vergangenen Woche vergeblich versucht, Breuer zu stürzen. Kopper habe ihn durch den für das Investment-Bankgeschäft zuständigen Vorstand Josef Ackermann ersetzen wollen. "Das ist ausgesprochener Unsinn. Diese Meldung entbehrt jeder Grundlage", sagte dagegen Bank-Sprecher Dierk Hartwig am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Frankfurt.

Die "WELT am SONNTAG" will erfahren haben, bei der Deutschen Bank solle die nächste Aufsichtsratssitzung am 9. Juni vorgezogen werden. Dabei stünde dann möglicherweise die Position von Breuer zur Debatte, der in den Spitzengremien zunehmend an Unterstützung verliere. "Davon ist mir nichts bekannt", sagte Hartwig. Die Sitzung werde wie geplant am 9. Juni - dem Tag der Hauptversammlung der Deutschen Bank - über die Bühne gehen.

Unterdessen sucht der Dresdner-Großaktionär Allianz "weiter nach Lösungen, die sowohl die Bank wie auch uns strategisch weiterbringen". Dies sagte Allianz-Vorstandschef Henning Schulte- Noelle dem Magazin "Der Spiegel". Die Bank habe nach der abgesagten Fusion mit dem einstigen Rivalen kein Problem, sich aus eigener Kraft die nächsten Jahre erfolgreich weiter zu entwickeln. "Aber klar ist auch", so Schulte-Noelle, "auf längere Sicht muss sie auch für sinnvolle partnerschaftliche Lösungen offen sein."

Wenn sich ein Interessent melde, "werden wir uns das anhören und überlegen, ob das eine Lösung sein könnte." Am Bankenplatz Frankfurt gilt es inzwischen als sicher, dass der Münchner Versicherungsriese schon bald auch im Ausland nach Käufern für seinen Dresdner-Anteil von 21,5 Prozent sucht. Dass die geplante Fusion von Deutscher und Dresdner Bank an der Frage des Investmentbanking scheiterte, ist nach den Worten Schulte-Noelles "schwer zu verstehen". Dies sei nicht nötig gewesen, sagte er.

(RPO Archiv)
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