Macht der kleinen Gewerkschaften

Macht der kleinen Gewerkschaften

Sie hat weniger Mitglieder als so mancher Ortsverband der IG Metall. Doch die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) demonstriert gerade, wie mit kleiner Mannschaft erheblicher Druck aufgebaut werden kann. Und die Fluglotsen sind nicht allein: Auch Piloten, Lokführer, Ärzte sind in solchen schlagkräftigen Spartengewerkschaften organisiert. Feuerwehrleute und das Bodenpersonal an Flughäfen könnten demnächst hinzukommen.

Die Frage ist, wie verantwortungsvoll eine solche Spezialgewerkschaft mit ihrer Machtfülle umgeht. Angesichts der Ausgangslage – Jahressalär von 120 000 Euro, effektive Wochenarbeitszeit von 26 Stunden und 50 Tage Urlaub im Jahr – und der Forderung von 6,5 Prozent mehr Lohn, weniger Überstunden und Mitspracherechten bei den Beförderungen legt die GdF nahe, dass ihr dieses Verantwortungsbewusstsein fehlt.

Dass es auch anders geht, haben die Piloten unter Beweis gestellt. Die Gewerkschaft Cockpit setzte zu Beginn ihrer gewerkschaftlichen Arbeit zwar zunächst deutlich bessere Konditionen durch, ist seitdem aber nicht mehr durch überzogene Forderungen aufgefallen. Die Fluglotsen täten gut daran, sich an dieser Strategie ein Beispiel zu nehmen, anstatt mit einem Arbeitskampf zur Hauptreisezeit Passagiere und die Wirtschaft zu schädigen.

(RP)
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