Duisburg: Link liegt bei OB-Wahl vorn

Duisburg : Link liegt bei OB-Wahl vorn

Der neue Duisburger Oberbürgermeister wird in einer Stichwahl entschieden. Sören Link (SPD) verfehlte gestern Abend um Haaresbreite die notwendige absolute Mehrheit. Am 1. Juli tritt er nun gegen Benno Lensdorf (CDU) an.

Die Entscheidung über die Wahl des Nachfolgers von Adolf Sauerland (CDU) als Oberbürgermeister der Stadt Duisburg ist vertagt. Denkbar knapp verfehlte Sören Link von der SPD gestern Abend bei der Direktwahl die notwendige absolute Mehrheit.

Nach Auszählung aller Stimmen, die in den 402 Duisburger Stimmbezirken abgegeben wurden, erhielt der ehemalige SPD-Landtagsabgeordnete im ersten Wahlgang mit 48,3 Prozent deutlich die meisten Stimmen. Abgeschlagen dahinter kam CDU-Kandidat Benno Lensdorf nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis auf 21,1 Prozent. Damit kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl zwischen den Kandidaten der beiden großen Parteien.

Sören Link sprach von einem Erfolg für seine Partei. "Ich freue mich über das gute Ergebnis. Das entspricht dem, was ich im Wahlkampf auf den Straßen erfahren habe", sagte der 35-jährige Sozialdemokrat, der trotz der verpassten Mehrheit im Rathaus gestern Abend begeistert von den Genossen empfangen wurde. Auch sein Kontrahent von der CDU zeigte sich zufrieden. "Ich gehe jetzt mit Volldampf in die Stichwahl. Meinen Urlaub verschiebe ich deswegen gerne", sagte der 69-Jährige.

Den dritten Platz im Rennen um den OB-Posten belegte der unabhängige Kandidat Michael Rubinstein. Der 40-jährige Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde in Duisburg konnte 11,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen.

"Mit den knapp zwölf Prozent kann ich sehr gut leben, dennoch bin ich enttäuscht, dass es nicht zu mehr gereicht hat", sagte der 40-Jährige, der im Wahlkampf von FDP und Piratenpartei unterstützt wurde. Die Stadt sei offenbar noch nicht reif für einen parteilosen Oberbürgermeister, so Rubinstein. "Das ist eine schlechte Außendarstellung für Duisburg, zumal man ja gerade nach einem unabhängigen OB gesucht hatte." Enttäuschend war erneut die Wahlbeteiligung: Lediglich 32,8 Prozent der 365 000 wahlberechtigten Duisburger machten gestern von ihrem Stimmrecht Gebrauch, das ist noch einmal weniger als bei der Kommunalwahl 2009 (44,6 Prozent). Innenminister Ralf Jäger (SPD), der die Kandidatur von Sören Link maßgeblich unterstützt, reagierte mit Unverständnis auf die geringe Wahlbeteiligung. "Das war wegen der Vorgeschichte, also der Loveparade-Katastrophe, schließlich keine normale OB-Wahl", sagte Jäger. "Deshalb ist die Wahlbeteiligung sehr enttäuschend."

Insgesamt hatten sich 13 Kandidaten um die Nachfolge von Adolf Sauerland beworben, der vor vier Monaten per Bürgerentscheid abgewählt worden war. Knapp 130 000 Duisburger hatten am 12. Februar gegen den CDU-Politiker gestimmt. Seine Gegner werfen ihm bis heute taktloses Verhalten im Umgang mit der Loveparade-Katastrophe mit 21 Todesopfern am 24. Juli 2010 vor. Seit seiner Abwahl hat Sauerland sich fast völlig aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

(RP)