Leck in Unglücksreaktor Fukushima weiter offen

Leck in Unglücksreaktor Fukushima weiter offen

Tokio (RP) Aus der Atomruine Fukushima könnte nach Einschätzung der japanischen Regierung noch monatelang radioaktive Strahlung entweichen. Die Regierung und der Kraftwerksbetreiber Tepco prüften derzeit mögliche Wege, um diesen Zeitrahmen zu verkürzen, erklärte Regierungssprecher Yukio Edano. Unterdessen wurden zwei seit dem Erdbeben und Tsunami am 11. März vermisste Arbeiter tot in der Anlage aufgefunden.

Den Tepco-Technikern gelang es gestern auch im zweiten Anlauf nicht, einen Riss in einem Reaktorschacht abzudichten. Ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde Nisa erklärte, das eingesetzte Kunstharz habe die Quelle radioaktiver Kontamination nicht schließen können. Der Einsatz des Polymers habe keine sichtbare Wirkung gezeigt, sagte der Vize-Direktor der Atomaufsicht, Hidehiko Nishiyama. Im Reaktor-Inneren wurde eine radioaktive Belastung von 1000 Millisievert pro Stunde gemessen. Normal sind ein bis zehn Millisievert pro Jahr.

Das Leck könnte nach Ansicht von Strahlenforschern die Ursache für die hohen Strahlenwerte sein, die seit Längerem im Meerwasser gemessen werden. Diese lagen am Wochenende bis zu 4000 Mal über den zugelassenen Grenzwerten. Der Abfluss des radioaktiv verstrahlten Wassers verhindert eine weitere Kühlung der überhitzten Kernbrennstäbe im Atomkraftwerk mit Meerwasser.

(RP)
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