1. Politik

Laut Boris Nemzow-Bericht starben in der Ukraine 220 russische Soldaten

Moskau : Opposition: In der Ukraine starben 220 russische Soldaten

Mindestens 220 russische Soldaten sollen nach einem posthum veröffentlichten Bericht des ermordeten Oppositionspolitikers Boris Nemzow im Krieg in der Ost-Ukraine getötet worden sein. Die Männer seien zunächst formell aus der russischen Armee ausgeschieden und hätten dann im vergangenen Jahr als "Freiwillige" aufseiten der prorussischen Separatisten gekämpft, heißt es in dem Dokument, das Vertraute Nemzows gestern in Moskau vorstellten.

"Wir lassen uns nicht einschüchtern und den Mund verbieten", meint Ilja Jaschin (31), ein langjähriger Mitstreiter Nemzows. Nach dem Mord war auch vermutet worden, dass das Projekt "Putin. Der Krieg" einer der Gründe für den Mord gewesen sein könnte. Nemzow hatte Hinweise gesammelt, die eine militärische Beteiligung Russlands am Krieg in der Ost-Ukraine belegen. Teile der Daten waren nach der Arbeit der Mordkommission in Nemzows Büro abhanden gekommen. Jaschin trug sie mithilfe von Freunden wieder zusammen.

Die Todesfälle waren meist schon aus Medienberichten bekannt. Die Autoren überprüften jedoch noch einmal jeden einzelnen Fall. Die finanziellen Belastungen durch den Krieg für Russland beziffert der Nemzow-Report für den Zeitraum von zehn Monaten mit 53 Milliarden Rubel, umgerechnet knapp einer Milliarde Euro.

(don)