Düsseldorf: Lateinlehrer kämpfen für die Existenz ihres Fachs

Düsseldorf: Lateinlehrer kämpfen für die Existenz ihres Fachs

"Gallia est omnis divisa in partes tres..." - der Anfang von Caesars "De bello gallico" ("Über den gallischen Krieg") dürfte Generationen von Lateinschülern bis heute im Gedächtnis geblieben sein. Lateinunterricht - das bedeutete eine Mischung aus permanenten Grammatiklektionen und einem Grundkurs in römischer Antike. Dennoch waren viele Gymnasiasten am Ende froh, dass sie das Latinum bereits in der Schule erwarben. Spätestens auf der Uni war es für viele Studiengänge Pflicht. Doch Latein ist in den Schulen auf dem Rückzug. Das zeigen die aktuellen Zahlen für das laufende Schuljahr 2017/2018 des Schulministeriums NRW.

Vergleicht man die Statistik für Gymnasien der vergangenen zehn Jahre, zeigt sich, dass zwischen 2007 und 2017 der Anteil der Lateinschüler eines Jahrgangs von fast 40 Prozent auf knapp unter 30 Prozent gesunken ist. In absoluten Zahlen: Im Schuljahr 2006/2007 nahmen 224.970 Schüler am Lateinunterricht teil. Im laufenden sind es 154.798. Die Zahl der Gymnasien, die Latein als Fach im Curriculum haben, ist aber nahezu gleich geblieben.

Für Lateinlehrer ist das ein Grund, über die Attraktivität ihres Faches nachzudenken. Heute diskutieren Lateinlehrer aus ganz Deutschland auf einem Fachkongress des Altphilologen-Verbands in Saarbrücken, wie sie ihr Fach vor Schülerschwund schützen können. Schließlich konkurriert Latein an den meisten Schulen als Wahlpflichtfach mit Französisch, Spanisch und neueren technisch-naturwissenschaftlichen Fächern.

Hartmut Loos (60) ist Vorsitzender des Altphilologen-Verbands, Schulleiter des Gymnasiums am Kaiserdom in Speyer und selbst Lateinlehrer. Er betont, dass sich der Lateinunterricht in den vergangenen Jahren grundlegend geändert hat. Der Lateinunterricht habe sich von einem Pauk- und Kriegs-Unterricht weg entwickelt hin zu einem Fach, dessen Inhalte sich an der Lebenswelt der Schüler orientieren. Das klingt schwierig in Anbetracht der Tatsache, dass die Sprache als "tot" bezeichnet wird.

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Folgt man Loos, ist ein moderner Lateinunterricht interdisziplinär: "Lateinunterricht bedeutet nicht mehr, nur noch Grammatik zu pauken", sagt er. Im besten Falle lernt man etwas über Geschichte, über Politik, über die Struktur von Sprachen und auch über Naturwissenschaft. Denn viele naturwissenschaftliche Begriffe sind lateinischen Ursprungs. "Ich weiß aber auch, dass nicht an allen Schulen schon der moderne Lateinunterricht Einzug gehalten hat."

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(heif)
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