Korrespondentin schwitzt in der Monsun-Hitze

Korrespondentin schwitzt in der Monsun-Hitze

Neu-Delhi (möll) Stromausfälle bin ich hier gewohnt in Delhi. Eigentlich fällt im Sommer alle paar Tage der Strom für bis zu eine Stunde aus. Die beiden jüngsten Mega-Blackouts waren da aber schon von einem anderen Kaliber: sechs bis zehn Stunden ohne Energie, und das mitten in der schwülen Monsun-Hitze.

Nachts wälzt man sich ruhelos im Bett herum, weil es ohne Klimaanlage oder Ventilator zu heiß ist. Tagsüber kann man nur die Zeit vertrödeln, weil nichts mehr geht: kein Fernsehen, kein Internet, kein Licht, kein Wasserkocher. Selbst der Wasserhahn versagt den Dienst und die Klospülung streikt, weil auch die Wasserwerke am Strom hängen.

Herausfordernd ist es, abends unter der Dusche von einem Blackout erwischt zu werden: Im Vorteil ist dann, wer genau weiß, wo in der stockdunklen Wohnung Handtuch, Kleider und Taschenlampe zu finden sind. Auch das Make-up misslingt bei Kerzenschein gerne und gerät schnell einen Hauch zu schrill und zu bunt.

Betuchte Inder sind fein raus: Sie haben Generatoren, die selbst die Klimaanlagen speisen. Früher hatte ich für Stromausfälle einen Inverter, eine Autobatterie, die zumindest einen Ventilator und den Computer am Laufen hielt. Doch seit dieses Gerät aus heiterem Himmel Feuer fing, was fast einen Wohnungsbrand ausgelöst hätte, schwitze ich lieber.

Ohnehin lernt man in Indien, dass nicht alles perfekt zugehen muss. Ein wenig Chaos gehört hier dazu und macht das Land liebenswert. Auch die meisten Inder nahmen die Blackouts und das erzwungene Nichtstun gelassen. Eine indische Freundin schrieb auf Facebook: "Ich bin stolz, dass dieses Land zumindest eine Goldmedaille gewonnen hat: für den schlimmsten Stromausfall in der Geschichte der Elektrizität. Wow!"

(RP)