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Kohls Söhne siegen vor Gericht

Kohls Söhne siegen vor Gericht

Hamburg (RP) Per einstweiliger Verfügung haben die Söhne der verstorbenen Kanzler-Gattin Hannelore Kohl, Peter und Walter, dem Autor einer Biografie über ihre Mutter verschiedene Aussagen untersagen lassen. Nach Informationen des "Spiegel" darf Heribert Schwan ("Die Frau an seiner Seite – Leben und Leiden der Hannelore Kohl") künftig nicht mehr behaupten, die beiden Brüder trügen eine Mitschuld am Tod ihrer Mutter. In einem Interview mit dem Online-Magazin "News.de" hatte Schwan gesagt: "Beide müssen den Vorwurf hinnehmen, dass sie die Mutter im Stich gelassen haben (...) Sie sind mitschuldig am Tod der Mutter." Dem "Spiegel" zufolge verbot das Hamburger Landgericht dem Journalisten, vergleichbare Äußerungen zu wiederholen.

Hannelore Kohl hatte sich am 5. Juli 2001 das Leben genommen. In einem Abschiedsbrief begründete sie den Suizid mit ihrer starken, schmerzhaften Lichtallergie, die sie zum Schluss zu einem Leben in einem vollständig abgedunkelten Haus zwang.

Schwan beschreibt die verstorbene Kanzlergattin in seiner Biografie als einsame Frau, die an ihren Zwängen zerbrach. Er lernte sie Mitte der 80er Jahre kennen. Obwohl sie gegenüber Journalisten tiefes Misstrauen und Verachtung hegte, vertraute sie sich Schwan nach und nach an. Als er nach der Wahlniederlage 1998 mit Kohl an dessen Memoiren arbeitete, führte er auch lange Gespräche mit dessen Frau. Später, als die Lichtallergie ausbrach, begleitete er sie auf nächtlichen Spaziergängen durch den Maudacher Bruch in Ludwigshafen. Die Schwan-Biografie ist neben den Erinnerungen des Kohl-Sohns Walter ("Leben oder Gelebtwerden") das zweite Buch innerhalb eines Jahres, das auf das Intimste in das Leben der Familie eindringt.

(RP)