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Köln: Drei Politiker aus NRW kämpfen um CDU-Spitzenposten

Köln : Trio kämpft um CDU-Spitzenposten

Drei Politiker aus NRW rangeln um zwei von drei Plätzen im Präsidium.

Kampfkandidaturen gehören auf CDU-Parteitagen eher zu den seltenen Tagesordnungspunkten. Bei der heutigen Wahl zum Präsidium, dem höchsten Beschlussgremium der CDU, kommt es indes zu einem Dreikampf zwischen den NRW-Politikern Karl-Josef Laumann, Hermann Gröhe und Jens Spahn.

Der Münsteraner Spahn (34), medienaffiner Gesundheitsexperte der Bundestagsfraktion, geht als Kandidat der Jungen Union und der Mittelstandsvereinigung ins Rennen. Spahn, der 2009 fest mit einem Ministerposten in der großen Koalition gerechnet hatte, positioniert sich als Vertreter der jungen Generation. Er kritisiert die milliardenschweren Ausgaben der Regierung (obwohl er dem Rentenpaket selbst zustimmte) und fordert einen stärkeren wirtschaftspolitischen Akzent. Wenn der Parteitag Merkels Politik in der großen Koalition eine Absage erteilen will, müssen die Delegierten Spahn wählen.

Kaum ein Konservativer hatte sich in den vergangenen Jahren so tief in das Geflecht der Gesundheitspolitik eingearbeitet wie Spahn. Doch Gesundheitsminister wurde der frühere CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe (53) - auch er ist Kandidat für das Präsidium. Der Neusser kann auf die Unterstützung des Landesverbands und dessen Vorsitzenden Armin Laschet zählen und gehört zu den Merkel-Vertrauten. Als Dritter tritt der Westfale Karl-Josef Laumann (57), gewichtiger Chef des Arbeitnehmerflügels CDA an. Vor drei Jahren hatte Laumann, breite Schultern, breiter Kopf, hemdsärmelige Rhetorik, den Parteitag mit einer leidenschaftlichen Rede auf den Mindestlohn eingeschworen. Der gelernte Maschinenschlosser traf das Herz der Partei und hat viele Anhänger.

Am Ende dürfte die Frage entscheiden, ob die Delegierten ihrer Vorsitzenden eins auswischen wollen. Wenn ja, hat Spahn alle Chancen auf einen Posten im Präsidium.

(brö)