Digitale Fotos beflügeln Markt: Kodak setzt auf Wachstum

Digitale Fotos beflügeln Markt : Kodak setzt auf Wachstum

Stuttgart (dpa). Die deutsche Tochter des US-Fotoriesen Eastman Kodak setzt nach einer Phase der Umstrukturierung auf weiteres Wachstum. Dabei kommt der Kodak Holding GmbH (Stuttgart) zu Gute, dass die neue digitale Foto-Technik das herkömmliche Fotografieren nicht ersetzt, sondern sogar beflügelt, berichtete das Unternehmen auf der Bilanzpressekonferenz am Montag in Stuttgart

Außerdem will die deutsche Kodak neben dem Ausbau des Kerngeschäfts neue Geschäftsfelder erschließen, wobei Vorstandsmitglied Martin Wolgschaft vor allem die künftige digitale Bildgeneration, wie Kernspintomographie, im Auge hat.

Wie Wolgschaft weiter sagte, konnte Kodak den Umsatz im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 1,60 Milliarden DM (0,81 Mrd Euro) steigern. Das Betriebsergebnis sank von 91 auf 67 Millionen DM. Dies erklärte der Kodak-Chef vor allem mit dem teuren Dollar und den daraus resultierenden höheren Einstandspreisen. Hinzu seien Neubewertungen von Anlagevermögen und Rückstellungen für Restrukturieren gekommen. Dem US-Mutterhaus überweist Kodak in diesem Jahr nach längerer Pause eine Dividende von 35 Millionen DM.

Die deutsche Kodak betrachte den gesunkenen Gewinn ohne Sorge, weil erhebliche Investitionen in die Zukunftssicherung zu Lasten der Gewinnausschüttung getätigt worden seien. Kodak will in diesem Jahr noch rund 100 Arbeitsplätze abbauen. Ende 1999 beschäftigte der Konzern 2 513 Mitarbeiter.

"Die digitale Fotografie hat der klassischen Fotografie mehr genutzt, und jedenfalls nicht Volumen abgenommen", sagte Co-Vorstand Dieter Werkhausen. Die digitalen Techniken hätten der Fotobranche wichtige Impulse gegeben und die analoge Massenfotografie auf Film sogar noch beflügeln können. Die Gesamtbranche sei im vergangenen Jahr bei Filmen und Bildern um je fünf Prozent gewachsen. Bei Kodak stieg der Umsatz im Bereich Consumer Imaging, der im wesentlichen die Amateurfotografie umfasst, von 645 auf 665 Millionen DM. Dabei sei der Anteil des APS-Filme (Advanced Photo Systeme) kontinuierlich gewachsen. Als Verzahnung der analogen und digitalen Bilderwelt versteht Kodak eine neue APS-Kamera, bei der auf einem Monitor die eben gemachte Aufnahmen sofort kontrolliert werde und die Zahl der Abzüge für das Labor eingegeben werden kann. Sie wird auf der kommenden Photokina vorgestellt.

Insgesamt habe das traditionelle Geschäft heute noch eine Umsatzanteil von 70 Prozent. In drei Jahren rechne er damit, dass digitale Technologien bereits die Hälfte des Umsatzes ausmachen, sagte Wolgschaft. Im Laborgeschäft, in dem im Vorjahr noch ein Verlust von 25 Millionen DM geschrieben wurde, solle im Jahr 2001 die Gewinnschwelle erreicht werden. Mit zehn eigenen Großlabors, die ganz Deutschland abdeckten, sei Kodak in diesem Bereich die klare Nummer zwei in Deutschland.

(RPO Archiv)