Warschau: Klima-Gipfel verständigt sich auf Minimalkonsens

Warschau: Klima-Gipfel verständigt sich auf Minimalkonsens

Der Weltklima-Gipfel in Warschau hat ein komplettes Scheitern in letzter Minute verhindert und so die Chancen auf ein neues Klimaabkommen 2015 offengehalten. Die fast 200 Teilnehmerstaaten einigten sich nach zweiwöchigen Beratungen auf einen Kompromiss, um die Erderwärmung zu verlangsamen.

Alle Staaten sollen ihre Angebote zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen möglichst bis Frühjahr 2015 machen. Außerdem wurde ein Mechanismus verabredet, mit dem armen Ländern bei der Bewältigung von Umweltkatastrophen wie Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen, der Wüstenbildung oder dem Anstieg des Meeresspiegels geholfen werden soll. Konkrete zusätzliche Hilfszusagen gab es jedoch nicht. Auch bot kein Land an, nachdrücklicher gegen den steigenden Ausstoß an Treibhausgasen vorzugehen.

Allerdings versprachen einige Industrieländer, darunter als Hauptgeber Deutschland, noch für dieses Jahr zusammen rund 100 Millionen Dollar für einen kleineren, schon bestehenden Anpassungsfonds. Sie retteten damit den Fonds, der zuvor auszutrocknen drohte. Ein Lichtblick ist auch ein recht konkretes Papier für den Waldschutz.

  • Kamp-Lintfort : Student visualisiert G20-Gipfel

Die Delegierten berieten einen Tag länger als ursprünglich geplant. Am Donnerstag hatten Umweltschützer aus Protest die Sitzung verlassen. Die reichen Länder seien mehr an der Wiederbelebung ihrer Wirtschaft interessiert als am Klimaschutz, sagten sie. "Wir haben kein sinnvolles Ergebnis erzielt", kritisierte der philippinische Delegierte Naderev Sano, in dessen Land jüngst durch den Taifun "Haiyan" mehr als 5000 Menschen getötet worden waren.

Die Konferenz galt als Vorbereitungstreffen, um 2015 in Paris einen neuen Klimavertrag vereinbaren zu können. Dieser soll dann im Jahr 2020 in Kraft treten.

(RP)
Mehr von RP ONLINE