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Klaeden sollte gehen

Klaeden sollte gehen

Es ist schon eine seltsame Vorstellung: Der Staatsminister im Kanzleramt, Eckhart Klaeden, wird nun also bis zur Bundestagswahl im Herbst auf jedem Empfang in Berlin sagen können: "Wie Sie mich im Kanzleramt erreichen, wissen Sie ja. Und auf eine gute Zusammenarbeit als Lobbyist von Daimler freue ich mich dann auch."

Es spricht nicht für die Kanzlerin, dass sie Klaeden anscheinend bis zur Wahl im Amt halten will. Es würde einen besseren Eindruck machen, wenn er sofort das Amt niederlegt, einige Zeit in Urlaub geht und dann die nächste Herausforderung annimmt.

Trotzdem sollte man den Wechsel nicht zu aufgeregt debattieren: Klaeden hat mit Daimler fast nichts zu tun – er erhält also keinen nachträglichen "Lohn" für einen politischen Gefallen. Es ist gut für die Politik, wenn talentierte Leute die Chance haben, auch einmal etwas Neues zu wagen – der Bundestag darf nicht nur aus Beamten mit Rückkehrrecht in den Beruf bestehen. Was bedeutet dies? Die Kanzlerin sollte Klaeden schon jetzt gehen lassen – niemand ist unverzichtbar. Und er soll seinen Weg machen.

(RP)