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Berlin: Kirche soll Geschiedene aufwerten

Berlin : Kirche soll Geschiedene aufwerten

Die katholischen Laien fordern mehr Rechte für Wiederverheiratete.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), die Laienorganisation der katholischen Kirche, dringt auf eine Verbesserung der Situation Geschiedener in der katholischen Kirche. "Viele zivilrechtlich geschiedene und wiederverheiratete Gläubige leiden darunter, dass sie aus wichtigen Bereichen der kirchlichen Gemeinschaft und insbesondere vom Empfang der heiligen Kommunion ausgeschlossen sind", heißt es in einer Resolution, die auf der Vollversammlung des ZdK am Samstag in Bonn verabschiedet wurde.

Bislang erkennt die katholische Kirche neue Ehen von Geschiedenen nicht an. Zivilrechtlich geschiedene und wiederverheiratete Katholiken sind von der Eucharistie ausgeschlossen. Überdies hatte die katholische Kirche in der Vergangenheit immer wieder Arbeitsverhältnisse von kirchlichen Mitarbeitern, die in neuen Partnerschaften leben, aufgekündigt. Nun müsse der "kirchliche Dialog" bei dem Thema vorangebracht werden, heißt es in dem Beschluss der katholischen Laien. Die Wertschätzung "der unauflöslichen Ehe wird bei den Gläubigen wie in der Gesellschaft insgesamt steigen, wenn die Kirche zugleich die unzerbrüchliche Liebe Gottes auch bei einem tragischen, ja sogar schuldbehafteten Scheitern durch ihr Tun lebensdienlich erfahrbar macht".

Die Kirchenvertreter zeigten sich kompromissbereit. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hatte unlängst angekündigt, den Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen zu überdenken. Eine Arbeitsgruppe wurde eingerichtet. "Wir wollen versuchen, eine einvernehmliche Lösung zu finden", sagte Zollitsch Ende September. Das Thema werde nicht "auf die lange Bank" geschoben, versicherte er. Die katholischen Laien begrüßten die Bemühungen der Deutschen Bischofskonferenz, auch über die arbeitsrechtlichen Konsequenzen Geschiedener zu beraten.

(brö)