Düsseldorf: Kampf gegen Kinderporno-Ringe

Düsseldorf : Kampf gegen Kinderporno-Ringe

In den vergangenen Monaten gab es weltweit mehrere spektakuläre Razzien.

Kinderpornografie ist ein internationales Problem. Immer wieder gelingt es den Ermittlern, Netzwerke von Pädophilen zu zerschlagen. Zuletzt war das im November 2013 der Fall: Bei einem in Kanada gesprengten internationalen Kinderporno-Ring mit Hunderten Opfern führten die Spuren auch nach Deutschland. Wenn etwas zu unternehmen sei, werde das geschehen, sagte damals ein Sprecher der hessischen Generalstaatsanwaltschaft. Die Ermittler in Toronto, die seit drei Jahren an dem Fall arbeiten, hatten die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt als deutsche Kontaktstelle angegeben.

Der Kopf des Rings, der sich um den Vertrieb kümmerte, war der Polizei zufolge ein 42-Jähriger aus Toronto. Er sei bereits im Mai 2011 festgenommen worden. Es sei um Missbrauch ausschließlich von Jungen gegangen. Bei den Ermittlungen wurden nach kanadischen Angaben 386 Kinder als Opfer identifiziert und 341 Verdächtige festgenommen, davon allein 108 in Kanada, 76 in den USA und 65 in Australien. Die Ermittlungsergebnisse der "Operation Spade" ("Spaten") seien Fahndern in mehr als 50 Ländern zur Verfügung gestellt worden.

Nur wenige Monate zuvor hatte Südafrikas Polizei einen Kinderporno-Ring mit Verbindungen nach Europa, Kanada und in die USA ausgehoben. Sechs Verdächtige wurden festgenommen, darunter ein Schuldirektor und mehrere Lehrer. Beschlagnahmtes Material zeigte auch den Missbrauch Fünfjähriger.

Einer der spektakulärsten Schläge der Ermittler auf europäischem Boden ereignete sich im Dezember 2012 bei der "Operation Schwert", durchgeführt von der spanischen Polizei. Auch damals stammten mehrere Jungen, die für die Videos missbraucht wurden, aus Deutschland. Weitere Opfer kamen aus der Ukraine und Rumänien.

In 14 spanischen Städten nahmen die Beamten 28 Menschen fest. Gegen weitere zehn Personen wurden Ermittlungen eingeleitet. Bei der "Operation Schwert" befreite die Polizei in Madrid und in der Küstenstadt Alicante 19 Jungen im Alter von elf bis 16 Jahren. Drahtzieher war eine 2004 gegründete Bande mit Sitz in der kanadischen Stadt Toronto. Die Gruppe handelte laut Polizeiangaben mit Aufnahmen von sexuell missbrauchten Kindern. Solche Videos seien in 94 Länder verkauft worden. Mit dem Verkauf der Videos über das Internet habe der Ring im Jahr 1,6 Millionen Dollar (umgerechnet 1,24 Millionen Euro) eingenommen.

(RP)
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