Japan: Probleme in weiterem Atomkraftwerk

Japan: Probleme in weiterem Atomkraftwerk

Tokio (RP) In der japanischen Präfektur Fukui hat sich offenbar ein Störfall in dem Atomkraftwerk Tsuruga 2 ereignet. Nach Angaben des Betreibers Japan Atomic Power Company (Japco) gab es Probleme mit den Brennstäben. Daraufhin sei das Kraftwerk heruntergefahren worden. Ein Sprecher der japanischen Atomaufsicht erklärte, es sei keine Radioaktivität in die Umwelt gelangt. Bereits am Montag waren Substanzen im Kühlwasser des Reaktors nachgewiesen worden, die auf Probleme mit den Brennstäben hindeuteten.

Unterdessen haben im Kraftwerk Fukushima die Vorarbeiten für die Wiederherstellung der Kühlsysteme begonnen. Ein Sprecher des Betreibers Tokyo Electric Power (Tepco) sagte gestern, an den Turbinengebäuden würden spezielle Zelte errichtet, um Arbeitern den Zugang zu ermöglichen. Zudem solle in den kommenden Tagen die Radioaktivität in der Luft von Reaktorblock 1 durch Ventilatoren und Filter auf ein Zwanzigstel des jetzigen Wertes gesenkt werden, um längere Arbeitszeiten in der Anlage zu ermöglichen.

Unterdessen rückten japanische Soldaten bei der Suche nach Vermissten erstmals in die Zehn-Kilometer-Zone um das Kraftwerk vor. Bislang wurden 14 700 Tote des Erdbebens und des nachfolgenden Tsunami registriert. 11 000 Menschen werden vermisst. Das Kernkraftwerk Fukushima an der japanischen Ostküste war am 11. März durch das Erdbeben und den nachfolgenden Tsunami schwer beschädigt worden. Aus der Anlage tritt weiterhin Radioaktivität aus.

Auf den Betreiber Tepco könnten einer Zeitung zufolge Entschädigungszahlungen von umgerechnet 17 Milliarden Euro zukommen. "Asahi" berichtete unter Berufung auf einen Entwurf der Regierung, der Konzern solle die Hälfte der Gesamtsumme von vier Billionen Yen (etwa 33 Milliarden Euro) über einen Zeitraum von zehn Jahren schultern. Die zweite Hälfte würden acht andere Energie-Unternehmen aufbringen müssen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE