Italien: Marine rettet Flüchtlinge von Frachter

Rom : Italienische Marine rettet Flüchtlinge von Frachter

Fast 800 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge auf einem führerlosen Frachter sind vor Süditalien nur knapp einer Katastrophe entgangen. Einsatzkräfte der italienischen Marine konnten das Schiff retten. Die Küstenwache erklärte, die Schiffsnavigation sei so eingestellt gewesen, dass der Frachter auf Kollisionskurs mit der felsigen Südküste Italiens stand. Der Motor des Schiffs war blockiert, wie ein Sprecher der Küstenwache sagte. Nach Medienberichten war der Autopilot eingeschaltet. Ein mutmaßlicher Schleuser wurde festgenommen. Von der Besatzung fehlt jede Spur.

Auf dem Frachter, der unter der Flagge der Republik Moldau fuhr, waren nach Medienangaben auch viele Kinder und Schwangere; eine davon habe kurz vor der Geburt gestanden. Etwa 130 Menschen kamen vorsorglich in ein Krankenhaus. Viele litten an Unterkühlung.

Das Schiff, das eigentlich die kroatische Hafenstadt Rijeka ansteuern sollte, wurde im Hafen von Gallipoli beschlagnahmt. Anders als zunächst befürchtet wurden keine Waffen an Bord gefunden. Das Rote Kreuz teilte mit, das Schiff sei in der Straße von Otranto, der Meerenge zwischen Italien und Albanien, verlassen worden. Ob die Besatzungsmitglieder mit Booten geflüchtet sind oder sich unter die Flüchtlinge gemischt hatten, blieb zunächst unklar. Das Schiff hatte zuvor vor der griechischen Insel Korfu einen Notruf abgesetzt und einen Großeinsatz der dortigen Marine ausgelöst. Mehrere Schnellboote der griechischen Marine wurden entsandt.

Internationale Schleuserbanden versuchen immer wieder, Migranten über das Mittelmeer nach Europa zu schaffen. Tausende Menschen sind dabei in den vergangenen Monaten ums Leben gekommen.

(dpa)