Gaza/Tel Aviv: Israelische Regierung geht auf islamistische Hamas zu

Gaza/Tel Aviv: Israelische Regierung geht auf islamistische Hamas zu

Im Wettlauf gegen die Zeit ringen Israel und die Palästinenser um eine langfristige Lösung im Gaza-Konflikt. In Kairo setzten die Konfliktparteien gestern ihre indirekten Gespräche unter ägyptischer Vermittlung fort. Mussa Abu Marsuk, Chefunterhändler der Hamas, berichtete auf seiner Facebook-Seite von "schwierigen Verhandlungen". Die radikal-islamische Hamas lehne eine Verlängerung der dreitägigen Waffenruhe über heute hinaus ab.

Der palästinensische Delegationschef Asam al Ahmed sagte der Zeitung "Times of Israel" hingegen, es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen. Israelische Medien berichteten, Israel habe sich unter anderem dafür ausgesprochen, dass Sicherheitskräfte des Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas an den Kontrollen von zwei Grenzübergängen zwischen dem Gaza-Streifen und Israel sowie nach Ägypten beteiligt werden. Zudem habe Israel der Überweisung von Gehältern an die Angestellten der im Gaza-Streifen herrschenden Hamas zugestimmt. Auch die Einfuhr von Baumaterialien in den Gaza-Streifen solle durch internationale Beobachter überwacht werden.

Derweil hat eine internationale Gruppe pro-palästinensischer Aktivisten angekündigt, mit einer Solidaritätsflotte die israelische Seeblockade des Gaza-Streifens zu durchbrechen. Die Schiffe sollten Hilfsgüter transportieren, sagte der Aktivist Dror Feiler gestern in Istanbul. Im Vordergrund stehe aber die Botschaft an die Menschen in Gaza, dass sie nicht alleine seien. Die Flotte soll noch in diesem Jahr starten. An den Planungen ist die türkisch-islamische Hilfsorganisation IHH beteiligt, die bereits 2010 eine solche Flotte mitorganisiert hatte.

(dpa)
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