Israel soll iranischen General auf dem Golan getötet haben

Jerusalem/Teheran : Israel soll iranischen General auf dem Golan getötet haben

Bei einem Militärschlag sterben mindestens sechs Hisbollah-Kämpfer. Israel stellt sich nun auf Racheakte schiitischer Extremisten ein.

Die israelischen Streitkräfte sollen erstmals einen iranischen Soldaten in einem bewaffneten Konflikt getötet haben. General Mohammed Ali Allahdadi sei bei einem Helikopterangriff der Israelis auf die syrische Seite der Golanhöhen umgekommen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Der Iraner habe die Syrer im Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" unterstützt.

Bislang hatte der Iran eine offene militärische Einmischung in Syrien stets bestritten. Lediglich Militärberater hätten das Land besucht. Im syrischen Bürgerkrieg ist der Golan immer wieder Ort blutiger Zusammenstöße verfeindeter Milizen.

Der Angriff erfolgte nach syrischen Angaben bereits am Sonntag. Dabei seien auch mindestens sechs Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz getötet worden. Die schiitische Hisbollah, der syrische Machthaber Baschar al Assad und das schiitische Regime in Teheran sind verbündet. Aus Kreisen der Miliz hieß es, unter den Toten seien drei Kommandeure, darunter Dschihad Mughnijeh, der Sohn des 2008 getöteten Hisbollah-Militärkommandeurs Imad Mughnijeh.

Dschihad Mughnijeh habe eine "großangelegte Terrorzelle" angeführt, die "direkte iranische Finanzierung" genoss, berichtete das israelische Nachrichtenportal Ynet. Angeblich plante er Attentate im israelischen Teil des Golan.

Israel wollte die Militäroperation zunächst nicht bestätigen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte lediglich: "Wir werden alles tun, was nötig ist, um uns selbst zu verteidigen, wo auch immer." Im Land rechnet man nun mit Racheakten. Amos Jadlin, der frühere Chef des militärischen Abwehrdienstes, sagte, offen sei nur, wann, wo und wie heftig die Extremisten zuschlagen würden. Jadlin äußerte im Armeeradio die Vermutung, dass die Hisbollah entweder vom syrischen Teil des Golan aus operieren werde, wo derzeit "eine Art Vakuum" bestehe, oder aus dem Ausland. 1992 rächten libanesische Schiiten den Tod eines früheren Hisbollah-Generalsekretärs mit einem Bombenanschlag auf die israelische Botschaft in Buenos Aires; 29 Menschen starben.

Den in Israel diskutierten Verdacht, dass Premier Netanjahu zwei Monate vor der Parlamentswahl aus innenpolitischen Erwägungen den Angriff befohlen hat, erklärte Jadlin für Unsinn. Ex-Armeekommandant Joav Galant hatte gesagt, der Zeitpunkt für derartige Operationen sei "manchmal nicht komplett von den Wahlen losgelöst".

(knau/RP)