Vier Tote in Gaza: Israel liquidiert Hamas-Führer

Vier Tote in Gaza : Israel liquidiert Hamas-Führer

Gaza (rpo). Ein führendes Mitglied der radikalen Hamas-Organisation ist von der israelischen Armee am Samstag in der Stadt Gaza liquidiert worden. Insgesamt wurden bei dem Hubschrauberangriff drei Palästinenser getötet und mindestens vier weitere verletzt.

Es handelte sich um Ibrahim Makadmeh, wie die radikalislamische Organisation am Samstag bestätigte. Sie hatte sich zuvor zu dem Überfall auf die Siedlung Kirjat Arba bei Hebron am Freitagabend bekannt. Dabei wurde ein Ehepaar getötet, bevor die beiden Angreifer selbst erschossen wurden.

Neben dem 51-jährigen Makadmeh, der für den Tod von mindestens 28 Israelis verantwortlich sein soll, wurden der Hamas zufolge drei seiner Leibwächter getötet. Nach Angaben von Krankenhausbediensteten gab es bei dem Angriff der zwei Kampfhubschrauber mehrere Verletzte, von denen sich mindestens eine Person in kritischem Zustand befand. Es war das erste Mal seit eineinhalb Jahren, dass ein ranghoher Anführer der militanten Palästinenser einem Armeeangriff zum Opfer fiel.

Am Freitagabend drangen zwei als jüdische Seminaristen verkleidete Palästinenser in Kirjat Arba in das Haus einer Familie ein, die gerade den Sabbat beging, und töteten ein Ehepaar. Von wem die Angreifer anschließend erschossen wurden, blieb zunächst unklar. Der Polizei zufolge trug einer der Angreifer einen Gürtel mit Sprengstoff, der jedoch nicht explodierte. Nach Armeeangaben versuchten zwei weitere Palästinenser in die nahe gelegene Siedlung Nahal Negohot einzudringen. Sie seien dabei erschossen worden.

Die Hamas bekannte sich auch zu dem jüngsten Anschlag in der nordisraelischen Hafenstadt Haifa, bei dem am Mittwoch 15 Menschen und der Attentäter getötet worden waren. Es handele sich um Vergeltungsmaßnahmen für die israelische Besatzung im Gazastreifen und Westjordanland, erklärte die Organisation. Israel hatte in den letzten Tagen vor allem im autonomen Gazastreifen seine Militärpräsenz ausgeweitet.

Hamas ruft zu Anschlägen auf Politiker auf

Die Hamas rief zu weiteren Anschlägen auf Israelis auf, die sich vor allem gegen ranghohe Politiker richten sollten. Nachdem Soldaten im August 2001 Abu Ali Mustafa von der Volksfront für die Befreiung Palästinas getötet hatten, wurde im Oktober darauf der israelische Tourismusminister Rehavam Seevi ermordet. Dies löste eine umfassende Militäroffensive im Westjordanland aus - einschließlich der Belagerung des Hauptquartiers des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat in Ramallah.

Arafat erklärte, die israelische Besatzungspolitik stehe nicht nur dem Frieden, sondern auch einer Reform der palästinensischen Autonomiebehörde im Wege. Er sprach vor dem Zentralrat der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), der am Samstag in Ramallah zusammentrat, um über die Schaffung des Amtes eines Ministerpräsidenten zu beraten. Für den Posten ist Mahmud Abbas vorgesehen, PLO-Generalsekretär und Anfang der 90er Jahre Chefunterhändler beim Friedensprozess von Oslo.

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