Jerusalem: Israel lässt weitere 550 Palästinenser frei

Jerusalem : Israel lässt weitere 550 Palästinenser frei

Trotz der jüngsten Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern laufen die Vorbereitungen für den zweiten Teil des Gefangenenaustauschs weiter. Die israelische Strafvollzugsbehörde veröffentlichte eine Liste mit Namen von 550 Gefangenen, die am Sonntag entlassen werden sollen.

Es ist der zweite Teil der mit deutscher und ägyptischer Hilfe zustande gekommenen Austauschaktion. Bereits im Oktober waren 477 Palästinenser aus israelischer Haft freigekommen. Im Gegenzug konnte der 2006 von der Hamas verschleppte israelische Soldat Gilad Schalit nach Hause zurückkehren. Unter den 477 waren viele Häftlinge, die wegen schwerer Straftaten wie Beihilfe zu Selbstmordanschlägen verurteilt worden waren.

Die israelischen Behörden verlegten die 550 Häftlinge, die jetzt freigelassen werden sollen, in zwei Gefängnisse bei Tel Aviv und Ramallah. In Ramallah liegt die Zentrale der von der Fatah geführten palästinensischen Autonomiebehörde. Trotz aktueller Annäherungsbemühungen verstehen sich die islamistische Hamas und die nationalistische Fatah als Widersacher. Die Fatah setzt deshalb alles daran, an dem von der Hamas durch Gewalt – die Entführung Schalits – erzielten Propaganda-Erfolg um die Freilassungen teilzuhaben. Die meisten der 550 Gefangenen sollen in das Westjordanland zurückkehren, 40 nach Gaza.

In dieser Woche hatte die israelische Regierung den Bau von 40 neuen Wohnungen in einer jüdischen Siedlung im besetzten Westjordanland genehmigt und damit die Spannungen verschärft. Am Wochenende waren bei israelischen Luftangriffen auf Ziele im GazaStreifen und Auseinandersetzungen im Westjordanland fünf Palästinenser getötet worden. Militante Palästinenser schossen nach israelischen Angaben 18 Raketen auf Gebiete Israels in der Nähe des Gaza-Streifens ab.

(RP)