Aus Deutschland gelieferte U-Boote: Israel bestreitet Test Atom- tauglicher Marschflugkörper

Aus Deutschland gelieferte U-Boote : Israel bestreitet Test Atom- tauglicher Marschflugkörper

Tel Aviv (dpa). Das israelische Verteidigungsministerium hat einen Bericht der britischen Sonntagszeitung "The Sunday Times" dementiert, nach dem die israelische Marine Atomwaffen-taugliche Marschflugkörper von zwei aus Deutschland gelieferten U-Booten abgefeuert hat. "Dieser Bericht ist nicht wahr," sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montag, ohne auf Einzelheiten einzugehen.

Die "Sunday Times" hatte sich auf Quellen im israelischen Verteidigungsministerium berufen. Nach dem gelungenen Test sei Israel neben den USA und Russland das dritte Land, das Atomwaffen von U- Booten starten könne. Zu den Tests im vergangenen Monat seien zwei der insgesamt drei U-Boote des Typs "Delfin" verwendet worden, die von Deutschland finanziert und gebaut wurden.

Dem Bericht zufolge fanden die Tests mit den Marschflugkörpern im Mai in der Nähe von Sri Lanka statt. Die Cruise Missiles hätten Seeziele in 1 500 Kilometer Entfernung mit konventionellen Sprengköpfen getroffen.

Obwohl Israel niemals offiziell zugegeben hat, über Atomwaffen zu verfügen, gehen Experten davon aus, dass der Staat über bis zu 200 Atomsprengköpfe verfügt. Auch die Marschflugkörper könnten mit Atomwaffen bestückt werden. Dabei handele es sich um Sprengköpfe mit einem Gewicht von 200 Kilogramm, in denen jeweils sechs Kilogramm Plutonium enthalten seien.

Die Regierung in Jerusalem hatte nach israelischen Berichten die US-Regierung Anfang des Jahres im Zusammenhang mit einem möglichen Friedensschluss mit Syrien um die Lieferung von Marschflugkörpern gebeten, um damit auf mögliche künftige Angriffe aus Iran oder dem Irak reagieren zu können.

Die Bundesregierung hatte die drei "Delfin"-U-Boote als eine Art Entschädigung dafür gebaut und finanziert, dass der Irak im Golfkrieg von deutscher Waffentechnologie profitiert habe. Das dritte der aus Deutschland kommenden U-Boote werde erst in Kürze in Dienst gestellt.

(RPO Archiv)