UN-Inspekteure und Irak einigen sich auf Details: Irak hat nach eigenen Angaben vier Raketen zerstört

UN-Inspekteure und Irak einigen sich auf Details : Irak hat nach eigenen Angaben vier Raketen zerstört

New York/Bagdad (rpo). Der Irak ist nach eigenen Angaben der UN-Forderung nach Zerstörung der Al-Samoud-Raketen nachgekommen. Wie das irakische Informationsministerium mitteilte, wurden am Samstag vier Raketen nördlich von Bagdad vernichtet.

Aus Regierungskreisen verlautete, die Raketen seien in der Region El Tadschi vernichtet worden. Ein Sprecher der UN-Waffeninspekteure konnte die Angaben zunächst nicht bestätigen. Zuvor hatten sich der Stellvertreter von Chefinspektor Hans Blix, Demitrius Perricos, und der irakischen General Amer El Saadi auf die Einzelheiten der Zerstörung geeinigt.

Die Inspekteure wollten nach irakischen Angaben auch eine Gussform für die Herstellung von festem Treibstoff beschlagnahmen und für die Zerstörung am Sonntag vorbereiten. Blix begrüßte Bagdads Bereitschaft zur Zerstörung der Raketen am Freitag als "sehr bedeutenden Teil wirklicher Abrüstung". Von der tatsächlichen Verschrottung dürfte es abhängen, ob eine Mehrheit der Mitglieder im Sicherheitsrat für weitere Inspektionen oder einen Militäreinsatz stimmt. In einem 13-seitigen Bericht, den Blix dem Sicherheitsrat am Freitag vorlegte, machte er klar, dass die El-Samud-Raketen nur eines von vielen ungeklärten Problemen seien. Blix wird dem Sicherheitsrat am 7. März erneut Bericht erstatten.

Irakischer Wissenschaftler befragt

Erstmals seit drei Wochen befragten die Inspekteure am Wochenende wieder einen irakischen Wissenschaftler. UN-Sprecher Hiro Ueki sagte, das vertrauliche Gespräch mit einem Biologen habe am Freitagabend stattgefunden. Weitere Einzelheiten nannte er nicht. Die Gespräche mit Wissenschaftlern sind ein wesentlicher Bestandteil der Forderungen der UN-Inspekteure. Die meisten Wissenschaftler hatten sich geweigert, Fragen zu beantworten, wenn die Gespräche nicht aufgezeichnet werden. Eine Aufzeichnung lehnten die UN-Inspekteure jedoch ab. Sie hoffen, dass die Wissenschaftler offener sind, wenn sie nicht fürchten müssen, dass ihre Aussagen von der irakischen Regierung geprüft werden könnten.

Die arabische Liga begann ihren Krisengipfel am Samstag mit einem Appell an Irak, mit den Inspektoren zu kooperieren. Zugleich verurteilte sie einen möglichen Militärschlag gegen jedes arabische Land. "Wir sind gegen einen Krieg gegen Irak oder ein anderes arabisches Land und würden es als Bedrohung der ganzen arabischen Nation werten", sagte der libanesische Präsident Emile Lahud im ägyptischen Scharm el Scheich. Dort trafen sich die Staats- und Regierungschef des aus 22 Staaten - einschließlich Iraks - bestehenden Zusammenschlusses.

Die USA setzten weitere Kampftruppen in Richtung Persischer Golf in Marsch. Wie die US-Armee mitteilte, erhielten 2.300 Soldaten der 26. Expeditionseinheit der Marineinfanterie ihren Marschbefehl. Die Soldaten sind auf schnelle Landungsoperationen mit Hubschraubern spezialisiert. Am Freitag brachen auch Soldaten der 101. Luftlandedivision in Richtung Golf auf. Die Division verfügt über rund 22.000 Soldaten. 275 Kampfhubschrauber und tausende Fahrzeuge wurden schon auf Schiffe verladen.

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