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Internetwelt jagt afrikanischen Rebellenführer

Internetwelt jagt afrikanischen Rebellenführer

Addis Abeba (ame) Das Video beginnt mit der Erdkugel – doch dass es keine heile Welt ist, wird relativ schnell klar. In der Hauptsache will die Gruppe "Invisible Children" ("Unsichtbare Kinder"), die das Video aufwändig produziert hat, auf die Gewalt in Uganda aufmerksam machen. Denn die Rebellenorganisation "Lord's Resistance Army" (LRA) ist mit ihrem Anführer Joseph Kony bereits seit 1987 für massiven Terror gegen die Bevölkerung verantwortlich. Die "Widerstandsarmee des Herrn" will angeblich einen christlichen Gottesstaat in Uganda errichten. Unter diesem Vorwand ermorden, vergewaltigen und verstümmeln die LRA-Schlächter ihre Mitmenschen seit nun 25 Jahren. Tausende Kinder wurden zwangsrekrutiert und mussten als Soldaten kämpfen, Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht, mehr als zwei Millionen Menschen flohen seitdem aus Uganda in die Nachbarländer. Und obwohl Kony seit 2005 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird, wurde er bislang nicht aufgehalten.

Addis Abeba (ame) Das Video beginnt mit der Erdkugel — doch dass es keine heile Welt ist, wird relativ schnell klar. In der Hauptsache will die Gruppe "Invisible Children" ("Unsichtbare Kinder"), die das Video aufwändig produziert hat, auf die Gewalt in Uganda aufmerksam machen. Denn die Rebellenorganisation "Lord's Resistance Army" (LRA) ist mit ihrem Anführer Joseph Kony bereits seit 1987 für massiven Terror gegen die Bevölkerung verantwortlich. Die "Widerstandsarmee des Herrn" will angeblich einen christlichen Gottesstaat in Uganda errichten. Unter diesem Vorwand ermorden, vergewaltigen und verstümmeln die LRA-Schlächter ihre Mitmenschen seit nun 25 Jahren. Tausende Kinder wurden zwangsrekrutiert und mussten als Soldaten kämpfen, Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht, mehr als zwei Millionen Menschen flohen seitdem aus Uganda in die Nachbarländer. Und obwohl Kony seit 2005 vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesucht wird, wurde er bislang nicht aufgehalten.

Das will die Organisation "Invisible Children" nun ändern. Mit der Aktion "Kony 2012", zu der das Video gehört, soll erreicht werden, dass der Rebellenführer, der sich selbst als "Sprecher Gottes" bezeichnet, bis Ende des Jahres gefasst und vor Gericht gestellt wird. Der amerikanische Filmemacher und Regisseur des Videos, Jason Russell, verfolgt dieses Ziel bereits seit zehn Jahren. Damals hatte er einen Jungen interviewt, dessen Bruder in Uganda von der LRA mit einer Machete getötet worden war — Jacob heißt der Junge, der im Film diesen Mord noch einmal schildert.

Mit ihrem Video will "Invisible Children" die Aufmerksamkeit auf den blutrünstigen Rebellenführer lenken — mit Erfolg. Bis gestern Abend hatten rund 37 Millionen Menschen den 30-minütigen Film bei Youtube angesehen.

(RP/csr)