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Berlin: Industrie will Abkommen zum Freihandel trotz NSA-Skandal

Berlin : Industrie will Abkommen zum Freihandel trotz NSA-Skandal

Die deutsche Wirtschaft hat die Bundesregierung aufgefordert, das geplante Freihandelsabkommen mit den USA ungeachtet der Zuspitzung der NSA-Affäre durchzusetzen. "Politischer Stillstand in den USA und wachsendes Misstrauen dürfen das Freihandelsabkommen nicht blockieren", warnte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie, Markus Kerber.

Die Unternehmen verlangten eine zügige Fortsetzung der Verhandlungen über eine Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen der EU und den USA. "Das Abkommen hat eine enorme ökonomische, politische und strategische Bedeutung für Europa und Amerika", sagte Kerber. "Für uns, aber auch für die Amerikaner ist das Abkommen aber zu wichtig, als dass man es jetzt abblasen sollte", sagte auch der Geschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Volker Treier. Allein in Deutschland würden 100 000 neue Jobs entstehen und das Wachstum jährlich um mindestens fünf Milliarden Euro zusätzlich angeschoben. Deutsche Firmen würden künftig mehr auf europäische Technologien setzen. "Natürlich wird der Blick jetzt stark auf europäische Anbieter gelegt", sagte Treier. "Wirtschaftsspionage durch Cyberangriffe können der deutschen Wirtschaft großen Schaden zufügen. Das gilt gleichermaßen für Angriffe von Cyber-Kriminellen wie ausländischer Geheimdienste. Die Unternehmen müssen ihre Geschäftsgeheimnisse und die Daten ihrer Kunden, Partner und Mitarbeiter bestmöglich schützen", sagte Bernhard Rohleder, Geschäftsführer beim Bitkom-Verband der IT-Wirtschaft.

(mar)