Insgesamt über 30 Opfer: Indien macht Pakistan für Tempel-Blutbad verantwortlich

Insgesamt über 30 Opfer : Indien macht Pakistan für Tempel-Blutbad verantwortlich

Gandhinagar (rpo). Die indische Regierung hat am Mittwoch den muslimischen Nachbarn Pakistan für das Blutbad in einem Hindu-Tempel im Unionsstaat Gujarat verantwortlich gemacht. Mehr als 30 Menschen wurden bei der Belagerung und anschließenden Erstürmung des Tempels getötet.

Nach Angaben der Sicherheitskräfte kamen die beiden bewaffneten Attentäter ums Leben, die zuvor bei einem Granatanschlag auf den Tempel mindestens 30 Menschen getötet und etwa 40 verletzt hatten.

Das Blutbad ließ die Sorgen vor einer neuen Welle religiös motivierter Gewalt in der Region wachsen. Indien schickte 3.000 zusätzliche Soldaten in den westlichen Unionsstaat. Die pakistanische Regierung wies die Vorwürfe aus Neu-Delhi als lächerlich zurück und verurteilte den Überfall auf den Tempel.

Bei der Erstürmung des Tempels in Gandhinagar kamen den Angaben zufolge auch zwei Polizisten sowie ein Angehöriger eines Sonderkommandos ums Leben. Bis zu zehn Beamte wurden verletzt, wie der Privatsender Aaj Tak berichtete. Zuvor waren bereits fünf weitere Polizisten den anhaltenden Gefechten zum Opfer gefallen. Die beiden Angreifer waren nach Angaben der Sicherheitskräfte junge Männer Anfang 20, deren Identität zunächst nicht feststand. Beobachter befürchteten, dass infolge dieses Zwischenfalls die Unruhen zwischen Hindus und Muslimen in Gujarat wieder an Schärfe gewinnen könnten.

Der stellvertretende indische Ministerpräsident Lal Advani erklärte, er vermute einen Zusammenhang mit der Wahl im indischen Teil Kaschmirs. Die Angreifer wollten offenbar die Aufmerksamkeit von der Abstimmung ablenken, weil diese die indische Position im Streit mit Pakistan um die Region stärken werde. Bewohner der Region äußerten die Vermutung, dass islamische Extremisten hinter dem Überfall stecken.

Im Februar hatten militante Muslime in Gujarat einen Zug in Brand gesetzt, in dem Hindus von einer Pilgerfahrt heimkehrten. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Religionsgruppen haben nach Schätzungen der Regierung in diesem Jahr schon etwa 1.000 Menschen das Leben gekostet.

(RPO Archiv)
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