Immobilien-Monopoly

Immobilien-Monopoly

Jahrzehntelang waren Immobilien so ziemlich das Langweiligste, was professionelle Investoren sich vorstellen konnten. Aber plötzlich überschlägt sich die Branche mit Großfusionen und Börsengängen. Was ist nur in diesen Markt gefahren?

Die turbokapitalistische Hektik in der früher von betulichen Staats- und Gewerkschaftskonzernen geprägten Branche ist Folge der EZB-Niedrigzinspolitik. Festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen werfen kaum noch etwas ab. Viele Investoren halten inzwischen Immobilienaktien für eine Alternative: Auch sie gelten als risikoarm, werfen im Gegensatz zu Festzins-Papieren aber noch eine halbwegs erträgliche Rendite ab. Zweiter Effekt: Wegen der niedrigen Zinsen können die Konzerne ihre Übernahmen derzeit sehr billig finanzieren. Das kurbelt das Immobilien-Monopoly zusätzlich an.

Welche Fernwirkungen all das für die Mieter hat, ist genauso unklar wie die Spätfolgen der Niedrigzinspolitik für Kleinsparer, Lebensversicherungen und Rentenkassen. Die EZB-Politik erfasst immer mehr Lebensbereiche - mit kaum kalkulierbaren Folgen.

(RP)
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