Kooperationsabkommen: Immer mehr Israelis wollen in Deutschland arbeiten

Kooperationsabkommen : Immer mehr Israelis wollen in Deutschland arbeiten

Junge Israelis und junge Deutsche sollen künftig einfacher im jeweils anderen Land arbeiten können. Ein entsprechendes Kooperationsabkommen wurde am Dinestag in Jerusalem unterzeichnet.

Demnach sollen Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren für bis zu ein Jahr problemlos ein Arbeitsvisum beantragen können. Wer mit einem Touristenvisum bereits in das Partnerland eingereist ist, könne dieses per Antrag in ein Arbeitsvisum umwandeln, hieß es nach der Unterzeichnung in Jerusalem.

Gegenwärtig leben Zehntausende Israelis temporär in Deutschland, um das Land besser kennenzulernen oder weitere Berufskenntnisse zu erwerben. Allein in Berlin halten sich zurzeit mehr als 17.000 meist junge Israelis auf. Viele arbeiten als Kellner, Gastwirte, Reiseveranstalter, Designer oder Ingenieure. Umgekehrt besuchen jedes Jahr Tausende junge Deutsche Israel in Austauschprogrammen. Die neuen Regeln für Arbeitsvisa sollen ihren Aufenthalt erleichtern.

In israelischen Medien wurde das neue Abkommen schon vor dem Besuch der deutschen Regierungsdelegation gefeiert: Viele junge Israelis sollen sich daraufhin bereits bei den deutschen Konsulaten nach den neuen Arbeitsvisa erkundigt haben.

Tausende junge Israelis sitzen auf gepackten Koffern, da sie derzeit kaum Chancen auf dem israelischen Arbeitsmarkt sehen. Viele gut ausgebildete Akademiker in Israel klagen zudem über zu geringe Gehälter. Auch die zunehmend gefährdete Sicherheitslage hat die Auswanderungsbereitschaft junger Israelis erhöht.

"Das Kooperationsabkommen ist ein tolles politisches Signal der Bundesregierung an die jungen Israelis", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer unserer Redaktion. "Wir zeigen damit: Ihr gehört für uns zu Europa, und wir heißen euch bei uns willkommen", sagte der Chef der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. "Es gibt in der jüngeren Generation zwischen Israelis und Deutschen einen natürlichen Umgang. Das ist eine glückliche Normalisierung zwischen unseren beiden Ländern", sagte Kramer.

In Deutschland werden zunehmend Fachkräfte gesucht. Dies gilt insbesondere für technische Berufe, die traditionell in Israel hoch im Kurs stehen. Israel verfügt über führende Software-Unternehmen. Israelische Computerspezialisten sind in aller Welt gefragt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Merkel mit höchstem Orden Israels ausgezeichnet

(mar)
Mehr von RP ONLINE