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Steigerung um 8,2 Prozent: Immer mehr Drogentote

Steigerung um 8,2 Prozent : Immer mehr Drogentote

Berlin (dpa). Immer mehr Menschen in Deutschland werden Opfer des Drogenmissbrauchs. Wie die Beauftragte der Bundesregierung, Christa Nickels (Grüne), am Donnerstag in Berlin mitteilte, starben 1999 am Konsum illegaler Drogen und an Folgeerkrankungen 1 812 Menschen.

Das seien 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr (1 674). Überdurchschnittliche Steigerungsraten seien mit 48,1 Prozent in Schleswig-Holstein zu verzeichnen sowie in Berlin (28,1 Prozent), Baden-Württemberg (23 Prozent), Rheinland-Pfalz (18,3 Prozent), Nordrhein-Westfalen (17,2 Prozent) und Bremen (13,4 Prozent). In Bayern sei die Zahl der drogenbedingten Todesfälle dagegen um 14,4 Prozent auf 268 Personen gesunken.

In Hamburg ist den Angaben zufolge mit 115 Drogentoten "ein seit 1990 nicht mehr registrierter Tiefstand erreicht" worden. Die neuen Länder seien weiterhin nur gering betroffen, teilte Nickels weiter mit. Gelegentlich werde von Fachleuten auch die großzügige ärztliche Vergabepraxis von Methadon als ein nicht zu unterschätzendes Problem genannt.

1999 starben insgesamt 328 Personen an ihrer Drogensucht bei gleichzeitigem Konsum von Methadon, wie Nickels weiterhin erläuterte. In 28 Fällen wurde ihren Angaben zufolge Methadon als alleinige Todesursache registriert.

(RPO Archiv)