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PERSÖNLICH: Hubertus Knabe . . . verlangt Verbot der DDR-Symbole

PERSÖNLICH : Hubertus Knabe . . . verlangt Verbot der DDR-Symbole

Hubertus Knabe verfolgt eine politisch-historische Mission: den zum Vergessen, das Böse verdrängenden Menschen im Allgemeinen, seinen deutschen Landsleuten im Besonderen deutlich zu machen, dass die DDR eine Diktatur, ein Unrechtsstaat und im Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen zudem ein Folterstaat war.

Der 1959 in Unna geborene, in Mülheim an der Ruhr aufgewachsene ehemalige Grünen-Politiker (sein Vater war der Grünen-Mitgründer Wilhelm Knabe) arbeitet seit 2001 als Historiker und wissenschaftlicher Direktor der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen; von eben dem Ort aus, an dem das SED-Regime seine hässlichste Fratze zeigte. Knabe ermahnte jetzt erneut die Politik, das Verherrlichen beziehungsweise Leugnen kommunistischer Verbrechen ebenso unter Strafe zu stellen wie entsprechende Handlungsweisen gegenüber den nationalsozialistischen Gräueln. Knabe, dessen Eltern 1959 aus der DDR geflüchtet waren und der sich einst als Grüner in der Friedensbewegung engagierte, forderte zudem ein Verbot des öffentlichen Präsentierens von DDR-Symbolen. Unter Hinweis auf die Praxis außerhalb Deutschlands meinte der Historiker, es sei unlogisch, dass anders als etwa in Ungarn, Tschechien, Lettland undLitauen bei uns die Verherrlichung der einen Diktatur bestraft werde, die der anderen jedoch nicht.

Der Bundesverdienstkreuz-Inhaber fühlt sich seit Jahrzehnten als einer der konsequentesten Vertreter der Interessen der Opfer der Verbrecher-Organisation Stasi in der DDR. Er meint, dass es für die Opfer der SED-Diktatur schwer erträglich sei, dass beispielsweise das Leugnen ihrer Leiden straflos bleibe.

Knabe legt sich ohne Scheu mit Vertretern der aus der SED hervorgegangenen Linkspartei an, aber generell auch mit Alt-Linken der 68er-Bewegung, die Massenmörder wie Mao Tse-tung vergötterten und sich teilweise von der Stasi instrumentalisieren ließen.

(RP)