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Homo-Ehe in Irland - das belebt die Debatte in Deutschland neu

Dublin/Berlin : Homo-Ehe in Irland - und bei uns?

Die Iren wollen die Ehe für alle. Das belebt die Debatte in Deutschland neu.

Die Iren haben sich mit deutlicher Mehrheit für die Gleichstellung der Homo-Ehe ausgesprochen und damit eine Diskussion auch in Deutschland angestoßen. Das katholische Irland hatte am Freitag mit 62 gegen 38 Prozent für die völlige Gleichstellung der Ehe gleichgeschlechtlicher Paare votiert. Irland war weltweit das erste Land, das über die Einführung der Ehe für Homosexuelle abstimmen ließ. Die katholische Kirche stemmte sich vergeblich gegen die Gleichstellung; die Regierung des konservativen Premiers Enda Kenny hatte sich vehement für die Zulassung der Homo-Ehe eingesetzt.

Das klare Votum stärkt die Befürworter einer ähnlichen Regelung in Deutschland. "Man sollte denken, was die katholischen Iren können, können wir auch", sagte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn der "Welt": "Die Bevölkerung ist oft weiter, als wir denken." Justizminister Heiko Maas (SPD) hatte jüngst geklagt, ein volles Eherecht für Homosexuelle sei mit der Union "schwer realisierbar". Der Innenexperte der Grünen, Volker Beck, sagte: "Wir werden einen Gesetzentwurf zur Öffnung der Ehe noch vor der Sommerpause einbringen."

Ähnlich wie in Deutschland stand homosexuellen Paaren in Irland bisher nur die Möglichkeit der eingetragenen Lebenspartnerschaft offen. Bereits am Mittwoch will das Bundeskabinett über einen Gesetzentwurf von Justizminister Maas beraten, wonach homosexuelle Paare in Deutschland mehr Rechte bekommen sollen. Ein Ministeriumssprecher sagte, Lebenspartnerschaften sollten so rechtlich stärker an die Ehe herangeführt werden. Maas sagte "Spiegel Online", vorgesehen seien 23 Regelungen etwa im Zivil- und Verfahrensrecht. Das ist aber keine Reaktion auf das aktuelle irische Referendum, sondern setzt Bestimmungen des Koalitionsvertrags um. Eine Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe ist darin nicht vorgesehen.

(RP)