Hochbrisante Grenze

Hochbrisante Grenze

Der Konflikt an der türkisch-syrischen Grenze ist brandgefährlich. Nicht einmal 48 Stunden nach der ersten Granate, die einer Mutter und ihren vier Kindern das Leben kostete, ist wieder ein syrisches Geschoss auf türkischem Boden eingeschlagen.

Die alarmbereiten türkischen Streitkräfte reagierten umgehend mit einem begrenzten Gegenschlag. Das Prinzip Auge um Auge mag hier eine Rolle spielen – vielleicht verstehen in einem unkontrollierbar gewordenen Bürgerkriegsland wie Syrien örtliche Kommandeure tatsächlich nur noch diese Sprache.

Das Interesse des im fernen Damaskus sitzenden Diktators Baschar al Assad an einer bewaffneten Auseinandersetzung mit der Türkei dürfte hingegen gering sein. Zumal sich sein russischer Verbündeter im Weltsicherheitsrat erstmals klar von ihm distanziert und den ersten Überfall scharf verurteilt hat.

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, sonst durchaus ein Freund starker Worte, hat sich moderat geäußert und versichert, die Türkei wolle keinen Krieg mit Syrien. Das dürfte vor allem die Nato-Partner beruhigen. Denn wenn es der türkischen Armee nicht gelingt, die Ruhe an der Nato-Außengrenze zu Syrien wiederherzustellen, ist in letzter Konsequenz das Bündnis gefragt.

(RP)
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