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Persönlich: Hartwig Fischer . . . leitet jetzt das British Museum

Persönlich : Hartwig Fischer . . . leitet jetzt das British Museum

Der deutsch-britische Kulturaustausch ist perfekt: Hartwig Fischer, bisheriger Leiter der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, wird ab Frühjahr 2016 die Führung des Londoner British Museum übernehmen. Das sächsische Wissenschafts- und Kunstministerium bestätigte gestern britische Zeitungsberichte vom Wochenende. Der derzeitige Direktor, Neil MacGregor, wechselt nach Berlin. Er wird Gründungsintendant des Humboldt-Forums im rekonstruierten Berliner Stadtschloss. Fischer ist der erste Ausländer seit fast 200 Jahren, der das weltberühmte kunst- und kulturgeschichtliche Museum führt.

Der 53-Jährige hat sein gesamtes Berufsleben in der Kunstwelt verbracht. Zunächst studierte er in Bonn Kunstgeschichte, Geschichte und Archäologie. Studienaufenthalte führten ihn in die Hochburgen europäischer Kulturgeschichte nach Paris, Rom und Berlin. Nach seiner Promotion über den Dresdner Maler Hermann Prell (1854-1922) blieb er zunächst noch in Bonn am städtischen Kunstmuseum.

2006 übernahm er die Leitung des Museum Folkwang in Essen und erwarb sich mit der Erweiterung der Sammlung Anerkennung in der Kunstszene. Schließlich wurde er 2011 Nachfolger von Martin Roth als Leiter der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, zu der unter anderem die Gemäldegalerie im Zwinger und das Albertinum gehören - eine Schlüsselposition für eine Karriere als britischer Museumsdirektor. Denn wie Fischer ging sein Vorgänger Roth damals nach England, noch immer leitet dieser das Royal Victoria and Albert Museum.

Fischer ist in Hamburg geboren und gibt sich in der Öffentlichkeit zurückhaltend. "Es ist eine hohe Auszeichnung und Ehre, das British Museum zu leiten", ließ er sich gestern schlicht zitieren. Das Museum habe er stets als Vorbild betrachtet. Seine Frau und seine Kinder leben in Frankreich, dorthin pendelte er bisher von Dresden.

(RP)