Persönlich: Hans Michael Piper . . . belastet der Fall Schavan

Persönlich : Hans Michael Piper . . . belastet der Fall Schavan

Wenn das Verwaltungsgericht Düsseldorf heute Annette Schavans Klage gegen ihren Titel-Entzug durch die Uni Düsseldorf verhandelt, wird nicht nur die ehemalige Bundesbildungsministerin ungeduldig auf Nachrichten aus dem Gerichtssaal warten. Auch für den Rektor der Uni, Hans Michael Piper, steht viel auf dem Spiel. Denn sollte die Uni eine Niederlage vor Gericht einstecken müssen, würde das den Ruf der Hochschule weiter schädigen und – so war aus Hochschulkreisen zu hören – auch Pipers Chancen auf eine Wiederwahl im Herbst verschlechtern. Dabei hatte der 61-Jährige aus Kiel seit seinem Amtsantritt 2009 vor allem mit positiven Nachrichten von sich und der Hochschule reden gemacht. Unter seiner Führung wurden wichtige Neu- und Sanierungsprojekte auf dem Campus angestoßen, in der Wissenschaft und Forschung konnte die Uni wichtige Erfolge verbuchen: Der größte Erfolg war die Auszeichnung eines Forschungsprojekts als "Exzellenzcluster" und damit als Spitzenforschungszentrum durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Viele prominente Persönlichkeiten konnte Piper als Gastredner gewinnen, darunter Ex-Telekom-Chef René Obermann, Karl Kardinal Lehmann und – so wurde gerade bekannt – den Präsidenten der Europäischen Kommission, José Manuel Barroso.

Doch der Fall Schavan setzt der Hochschule und Piper seit dem vergangenen Jahr zu. Politiker und Wissenschaftler warfen der Uni Dilettantismus, Intransparenz und eine zu lange Bearbeitungszeit bei der Prüfung von Schavans Doktorarbeit vor. Dass ein vertrauliches Gutachten über Schavans Arbeit an die Medien weitergegeben wurde, goss zusätzliches Öl ins Feuer und sorgte für einen enormen Imageverlust.

Vor Gericht geht es deshalb nicht nur um einen Doktortitel, sondern auch um die Rehabilitation. Und das haben Uni und Schavan gemeinsam.

Semiha Ünlü

(RP)