Deutschlands höchster Nato-General: Hans-Lothar Domröse leitet den Afghanistan-Abzug

Deutschlands höchster Nato-General: Hans-Lothar Domröse leitet den Afghanistan-Abzug

Für dieses hochrangige internationale Kommando ist Hans-Lothar Domröse (60) genau der richtige Mann: Der schlanke Niedersachse mit dem markanten Schnurrbart und vier goldenen Generalssternen auf seiner Uniformjacke hat als Befehlshaber das Joint Force Command der Nato in Brunssum übernommen – und gleich eine schwere Aufgabe vor sich, die weltweit beobachtet wird.

Für dieses hochrangige internationale Kommando ist Hans-Lothar Domröse (60) genau der richtige Mann: Der schlanke Niedersachse mit dem markanten Schnurrbart und vier goldenen Generalssternen auf seiner Uniformjacke hat als Befehlshaber das Joint Force Command der Nato in Brunssum übernommen — und gleich eine schwere Aufgabe vor sich, die weltweit beobachtet wird.

Sein Stab führt nämlich den Isaf-Einsatz in Afghanistan und koordiniert damit die Rückverlegung aller Kampfverbände bis 2014, eine der größten Truppenbewegungen der jüngeren Geschichte. Zur feierlichen Kommandoübergabe war deshalb auch Isaf-Kommandeur John Allen angereist. Siebeneinhalb Stunden, so berichtete er, sei er aus Kabul in die Niederlande unterwegs gewesen. Allen wird seinen neuen Boss Domröse vielleicht noch "überspringen" und Nato-Oberbefehlshaber werden. Doch das ist wegen seiner E-Mails an eine verheiratete Frau, in den USA zum Skandal hochgespielt, weiter unklar.

Noch mehr als über den Besuch vieler hoher Nato-Generale freute sich Domröse indes über seinen Vater Lothar (92), der mit auf der Ehrentribüne saß. Domröse senior, zuletzt Generalleutnant (ein Stern weniger als sein Sohn), war im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet worden. Unter dem Befehl von Domröse junior, jetzt höchster deutscher Nato-Kommandeur, stehen auch die Feinde von damals, was Vater und Sohn als höchst erfreuliche Entwicklung werten. In der Zusammenarbeit mit Alliierten — 50 Nationen stellen Truppen für Afghanistan — ist Hans-Lothar Domröse vielfach erprobt: Auf seiner Ordensspange befinden sich französische und rumänische Auszeichnungen, das US-Fallschirmspringer-Abzeichen erwarb er ebenfalls. Der verheiratete Offizier (zwei Söhne), 1973 in Braunschweig in die Bundeswehr eingetreten, hatte zuvor das Euro-Korps in Straßburg geführt und war oft im Ausland tätig — auch in Kabul. Das kommt ihm jetzt zugute.

(mic)
Mehr von RP ONLINE