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Menschenrechtsgruppe geht an die Öffentlichkeit: Grab mit möglichen Taliban-Kämpfern entdeckt

Menschenrechtsgruppe geht an die Öffentlichkeit : Grab mit möglichen Taliban-Kämpfern entdeckt

Washington (rpo). Im Norden Afghanistans hat eine in den USA ansässige Menschenrechtsgruppe nach eigenen Angaben ein Grab entdeckt, in dem sich möglicherweise Überreste von Taliban-Kämpfern befinden.

Sie hatten sich Ende vergangenen Jahres nach Gefechten mit der Nordallianz ergeben. Experten der "Ärzte für Menschenrechte" machten die Funde bereits Anfang 2002. Die Gruppe entschloss sich einem BBC- Bericht vom Freitag zufolge jetzt zur Veröffentlichung der Ergebnisse, nachdem ihre Bitten an Kabul und die Vereinten Nationen, die Gräber bis zu einer ausführlichen Untersuchung sichern und abriegeln zu lassen, auf taube Ohren gestoßen seien.

Die Gruppe hat nach eigenen Angaben neun Grabstellen untersucht. Die forensischen Experten besuchten das Land auf Anfrage örtlicher Behörden und mit Wissen der Übergangsregierung in Kabul, in der die Nordallianz wichtige Posten bekleidet. Die meisten Gräber stammten aus der Zeit von 1997 and 1998, als die Kontrolle über die Gegend von Masar-i-Sharif mehrmals zwischen verschiedenen Kriegsherren wechselte. Bei zwei Gräbern entdeckten die Experten Anzeichen, dass dort auch noch vor nicht all zu langer Zeit Leichen verscharrt wurden.

"Wir sind zwar nicht in der Lage, die Herkunft der Überreste in diesen (beiden) Gräbern zu verifizieren", heißt es in einem Brief an die Regierung in Kabul von Anfang März. "Aber wir haben von Spekulationen gut unterrichteter internationaler Beobachter gehört, dass eine dieser Grabstellen nahe von Scherbergan möglicherweise dazu benutzt wurde, sich der Taliban-Kämpfer, die sich im November und Dezember 2001 der Nordallianz ergeben haben, zu entledigen."

(RPO Archiv)