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Gift im Cockpit: Lufthansa hat Probleme mit A 380

Gift im Cockpit: Lufthansa hat Probleme mit A 380

Köln Die Probleme der Lufthansa mit verunreinigter Luft in den Kabinen und Cockpits ihrer Flugzeuge sind größer als bislang bekannt. Nach dem Beinahe-Unfall einer Germanwings-Maschine vom Typ Airbus A 319 räumte die Muttergesellschaft Lufthansa jetzt auch Luft-Probleme in dem neuen Riesenflieger A 380 ein. Schon mehrfach hätten Triebwerke gewechselt werden müssen, weil es zu Geruchs-Zwischenfällen in Cockpit und Kabine gekommen sei, sagte ein Sprecher gestern und bestätigte einen Bericht der "Welt am Sonntag". "Beim A380 befassen wir uns seit über einem Jahr mit dem Problem", fügte der Sprecher hinzu.

Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass im Dezember 2010 zwei Germanwings-Piloten auf einem Flug von Wien nach Köln den Luft-Hilferuf "Mayday" abgesetzt hatten. Sie waren von giftigen Dämpfen im Cockpit stark benommen und mussten ihre Sauerstoffmasken aufsetzen. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung stuft den Vorfall als "schwere Störung" ein. Auch Flugpassagiere berichten gelegentlich über Unwohlsein infolge von unklaren Gerüchen in der Kabine. "Das Problem taucht bei allen Airlines auf. Die Ursache ist für die Ingenieure bis heute ein großes Rätsel", sagte der Hamburger Luftfahrt-Experte Heinrich Großbongardt.

Die Lufthansa nehme die Probleme sehr ernst, sagte der Sprecher. Neben anderen Maßnahmen sei ein Mess-Koffer in der Entwicklung, mit dem bei künftigen Vorfällen die Art der Schadstoffe bestimmt werden kann.

(RP)